Hunderte Baumfällungen:
Kastaniensterben – Düsteres Szenario für Oldenburg

Das Ortsbild wird sich durch die Baumfällungen deutlich verändern, denn Schädlingsbefall macht ein Weiterleben der Kastanien unmöglich. Mittlerweile sieht es auch für andere Baumarten finster aus.

Oldenburg Die Stadt wird in den nächsten Jahren ihr Gesicht verändern. Uwe Ahlers zeigt ein düsteres Szenario für Oldenburg auf. Hunderte Bäume werden gefällt werden müssen, erklärte der Mitarbeiter des Umweltamtes im Umweltausschuss.

Darunter vor allem Kastanien, denen gleich zwei Schädlinge mächtig zusetzen – die Miniermotte und eine Bakterie der Spezies „Pseudomonas syringae“. Die Falter mit etwa sieben Millimeter Flügelspannweite leben etwa drei Wochen. Die Weibchen kleben bis zu 300 Eier auf die Blätter. Dann schlüpfen die Larven und fressen sich unter die Blattoberhaut. Im Gewebe legen sie die „bräunlichen Minen“ (daher Miniermotte) an. Die Folge: Die Blätter verfärben sich und fallen ab. Lässt man das Laub liegen, hat man im kommenden Jahr noch mehr Motten. Bis zu drei Generationen pro Jahr schafft die Miniermotte. Viele Kastanienbäume Oldenburgs bieten Anfang Herbst einen traurigen Anblick: Nur wenige intakte Blätter leuchten Gelb, alle anderen sehen aus wie angefressen – oder sie haben sich zusammengerollt und dunkelbraun verfärbt. Die Bäume haben die Motten – wie in den anderen Jahren auch – genauer gesagt die Cameraria ohridella – die Miniermotte.

Auffällig an den mit Bakterien befallenen Kastanien, die laut Ahlers in Oldenburg stehen, sind einzelne blutende Stellen am Hauptstamm sowie an den Ästen, die später eintrocknen. Ein typisches Zeichen für einen infizierten Baum ist die Aufhellung des Laubes. Bei fortschreitender Erkrankung welken die Blätter und einzelne Äste sterben ab. Am Stamm und an den Ästen bilden sich zudem Risse und Dellen. Unterhalb der infizierten blutenden Stellen wird das Gewebe braun. Die Verfärbungen sind langgestreckt oder auch streifenförmig hellbraun bis rotbraun verfärbt und teilweise sehr stark nässend. Mit fortschreitendem Befall sterben die Bäume vollständig ab.

Noch müssen nur drei bis vier erkrankte Bäume pro Jahr gefällt werden, doch das kann sich laut Ahlers schnell ändern. Und so heißt es wohl bald Abschied zu nehmen von den Kastanien, die über viele Jahrzehnte hinweg das Ortsbild an der ehemaligen Bezirksregierung und am Dobben oder neben dem Haareneschsportplatz prägten.

Doch nicht nur die Kastanien, auch viele Linden und Birken sind durch den Befall mit Brandkrustenpilzen erkrankt und müssen wohl nach und nach gefällt werden. Als Grund für die Zunahme der erkrankten Bäume macht Ahlers den Klimawandel verantwortlich. Durch die Erwärmung der Erdatmosphäre finden die Schädlinge ideale Lebensbedingungen vor.

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  lipifreund 14.01.2016, 22:23:32
...ernsthafte Rettungsaktionen seitens der Verwaltung werden nicht erwogen - Nachpflanzaktionen anscheinend auch nicht.
Ob jetzt auf den freiwerdenden Flächen demnächst hunderte von einträglichen Parkuhren "wachsen" ? - oder sogar ein neues Finanzamt ? -Barbara Klebinger

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