Gaststätte In Oldenburg-Ohmstede:
Sie schreiben die Geschichte vom Müggenkrug weiter

Wieder Betrieb im Müggenkrug – Aus Traditionsgaststätte wird Veranstaltungshaus

Viele Traditionslokale sind in den vergangenen Jahren geschlossen worden. Ohmstede behält zwar dank neuer Führung „seinen Krug“ – doch Gäste müssen sich fortan auf einige Änderungen einstellen.

Ohmstede Ein neues Kapitel ist aufgeschlagen: Die Geschichte des Müggenkruges wird weitergeschrieben. Der alte Name prangt noch am Gebäude, das sich jetzt aber auch schon von außen sichtbar in einem neuem Gewand (nicht mehr gelblich sondern sandfarben) präsentiert. Während andere traditionsreiche, zumeist auch familiengeführte Lokale Oldenburgs im Laufe der vergangenen Jahre aufgegeben, oft sogar abgerissen wurden, behält Ohmstede „seinen Krug“ hier an der Elsflether Straße 53. Allerdings in anderer Form als zuvor – nämlich als „Eventhaus“, wie es neudeutsch heißt.

Hier wird man sich also nicht spontan zum Feierabendbier treffen können, wohl aber auf Vorbestellung, wenn man was zu feiern hat. „Wir sind ein reines Veranstaltungshaus“, sagt Christiane Braasch-Thoss, Inhaberin und Geschäftsführerin der C.U.P. Catering & Eventagentur. Das Unternehmen (mit Hauptsitz an der Lamberti­straße) richtet sich hier in Ohmstede ein. Seit September 2015 laufen die Sanierungs- und Umbauarbeiten. Eigentümer, des Hauses sei ihr Sohn, der es wiederum an C.U.P. verpachte, so Christiane Braasch-Thoss. Somit habe die Firma erstmals ein „festes“ Haus. Alle anderen Lokalitäten im Repertoire würden ja für die Kunden jeweils nur angemietet.

Seit 1726 verzeichnet

Die erfahrene Gastronomin (u. a. 28 Jahre lang Betreiberin des Stadtteillokals „Phönix“, Ehnernstraße) weiß, dass man sich hier in Ohmstede auf historischem Boden befindet. Der Müggenkrug wurde bereits 1726 im Oldenburger Erbkrugverzeichnis erwähnt und zählt damit zu einem der ältesten noch bewirtschafteten Gastronomiebetriebe Oldenburgs. 1850 wurde die Gaststätte neu erbaut – noch mit Reetdach. 1863 wurde eine Kegelbahn und 1885 ein Tanzsaal angegliedert. Beides überstand ein Feuer Mitte der 1920er-Jahre weitgehend unbeschadet. Der Hauptteil des Hauses brannte jedoch ab und wurde neu aufgebaut. Seither haben die wechselnden Eigentümer ihn baulich nicht verändert. Es wurde aber immer wieder renoviert und umgestaltet.

Letzte Eigentümerin vor dem Verkauf im vergangenen Jahr war die Familie Metscher. Sie baute den kleinen Hotelbetrieb mit sechs Zimmern aus. Fast zwölf Jahre kümmerte sich Edith Metscher nicht nur als Wirtin, sondern auch als Köchin zusammen mit ihrem Team um die Gäste. Nach langer Krankheit starb sie im Januar 2014. Nach diesem Schicksalsschlag wurde das Geschäft im Familienkreis übernommen. Und im Jahr 2015 verkauft.

„Jetzt kommt noch der Feinschliff“, sagt Christiane Braasch-Thoss, während sie durch die Räumlichkeiten führt, die sich erneut verwandelt haben. Einiges, was hinter Putz und Holz verborgen war, ist wieder freigelegt. So die aus roten Ziegeln gemauerte Innenwand des Saales. Ihr gegenüber wird bald ein riesiges Scheunentor aus Glas eingebaut. Bisher war dort die Bühne, auf der die Schauspieltruppe des Ohmster Plattdütschen Vereens auftrat. Alles weg, alles neu.

Nur noch eine Holzkugel

Auch die Kegelbahn gibt es nicht mehr. Ihre Fläche wurde in den Saal integriert, der laut Christiane Braasch-Thoss Platz für 400 Personen bietet, für kleinere Gesellschaften aber mit Trennwänden teilbar ist. „Das frühere Tonnendach ist weg, die morschen Balken sind ausgetauscht“, erklärt die Wirtin. Die alten Lampen habe man erst einmal eingelagert, fügt ihre Mitarbeiterin und Ansprechpartnerin für den Müggenkrug, Helen Bitter, hinzu. „Die sehen richtig gut aus, die könnte man mal wieder verwenden.“ Sonst zeugen nur noch einige Überbleibsel von der Vorgeschichte des Lokals. Eine Holzkugel zum Beispiel ist von der Kegelbahn geblieben.

Ein neues Farbkonzept, neue Gardinen, neue Bezüge auf den Stühlen, renovierte Toiletten – vieles ist schon fertig und „voll benutzbar“, sagt Christiane Braasch-Thoss. „Der Betrieb läuft ja auch schon“, sagt Helen Bitter und holt das Auftragsbuch. Von den sechs Holtelzimmern seien drei bereits renoviert worden und buchbar. Der Rest folge noch. Einen Veranstaltungskalender soll es künftig auch geben. Ein Termin steht schon fest: Ein „Schnuppertag“ für die Öffentlichkeit, am Sonntag, 13. März, ab 10 Uhr, mit Kaffee und Kuchen.

Modernes mit Historischem ist in dem Krug, der nun ein „Eventhaus“ ist, verbunden worden. Die Chefin will noch was draufsetzen. Sie plane, so sagt sie, die Fenster und Eingangstür nach altem Vorbild zu ersetzen. „Und Bäume sollen wieder vors Haus – wie früher eben“.

Kontakt: Tel. 0160/7782051 (Helen Bitter).


Mehr Infos unter   www.cup-oldenburg.de 

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