Stadtentwicklung:
Oldenburg platzt (fast) aus allen Nähten

3662 zusätzliche Einwohner kamen im vergangenen Jahr nach Oldenburg. Die Grundstücke für Neubauten werden knapp. Kritik gibt es an der Mietpreisbremse.

Oldenburg Oldenburg ist eine wachsende Stadt: Die Statistik verzeichnet 3662 zusätzliche Einwohner, die im vergangenen Jahr an die Hunte zogen, in der nun 165 101 Menschen leben. „Das ist eine gute Nachricht“, freute sich Oberbürgermeister Jürgen Krogmann am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zum Thema Wohnungsbau. Die schlechte: „Der Druck auf dem Kessel des Wohnungsmarktes wird nicht geringer.“

Im Gegenteil, die im Stadtentwicklungsplan 2025 formulierten Bevölkerungsprognosen müssen nach oben korrigiert werden. In Oldenburg wird laut Krogmann gebaut „wie nichts Gutes“, doch müsse noch viel mehr vor allem kostengünstiger Wohnraum geschaffen werden.

Und daran arbeitet die Stadt mit einem Wohnungsbauförderungsprogramm, in dem von 2012 bis 2015 4,1 Millionen Euro und für dieses Jahr nochmals eine Million Euro im Haushalt bereitgestellt worden seien. Ausgezahlt wurden bisher 2,5 Millionen Euro. Gefördert wurden 128 Neubauwohnungen und 15 Wohnungen, die in einem Altbau umgebaut oder ausgebaut wurden. Mit 702 Baugenehmigungen wurde im Jahr 2015 der Weg für 1500 neue Wohnungen geebnet.

Die Stadt hat laut Krogmann weitere Anreize fürs Bauen geschaffen, indem sie davon abgerückt ist, beim Verkauf städtischer Baugrundstücke freiwillig 30 Prozent unter der geltenden Energieeinsparverordnung (Enev) bleiben zu wollen. Das reduziere die Baukosten. Große Hoffnungen setzen Krogmann und Baudezernentin Gabriele Nießen auf die Ausschöpfung der sogenannten stillen Reserve. Gemeint sind Wohnungen in Einfamilienhäusern, in denen oft nur noch eine Person lebt. Die Stadt gewährt für einen Umbau zur Abtrennung einer Wohnung Zuschüsse.

Ein großes Problem ist laut Krogmann das schwindende Angebot großer Neubaugebiete wie beispielsweise in Eversten-West. Das vielleicht letzte große Projekt entsteht derzeit am Bahndamm/Storchweg, wo 300 Wohnungen gebaut werden.

Zu nennen sind laut Nießen in diesem Zusammenhang die Wohnbauprojekte ehemalige BBS III an der Willersstraße, Doktorsklappe, Ziegelweg, Alter Stadthafen und Fliegerhorst. Krogmann hofft, dass durch das zusätzliche Angebot die Mietpreise sinken. Eine Mietpreisbremse halte er in Oldenburg nicht für sinnvoll.

Von den 3662 zusätzlichen Oldenburgern sind übrigens 3150 Ausländer – viele auch aus EU-Ländern. 75 Prozent der Flüchtlinge, die in Oldenburg einen sogenannten Aufenthaltstitel bekommen haben, bleiben laut Nießen in der Stadt.

Der Oberbürgermeister erklärte, dass sich unter dem möglicherweise noch wachsenden Druck der Blick auf Gebiete richten werde, die bislang für eine Bebauung nicht vorgesehen waren.

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  Oldenburger 15.01.2016, 11:53:52
Weiß Herr Krogmann eigentlich, was die Mietpreisbremse überhaupt ist - fast entsteht der Eindruck, das er es nicht weiß.
Warum sollten bei Neuvermietung denn plötzlich höhere Mieten genommen werden dürfen; reicht die regelmäßige Mieterhöhung plötzlich nicht mehr aus?
Auch steht die Frage im Raum, warum nicht endlich ein Mietpreisspiegel erstellt wird, um die ständig steigenden Mieten in den Griff zu bekommen.

  k_laus 15.01.2016, 08:08:51
Schade nur, dass sozialer Wohnungsbau in Oldenburg weiterhin ein Fremdwort bleibt.
  wechloy2 15.01.2016, 06:31:31
Ein großes Problem ist laut Krogmann das schwindende Angebot großer Neubaugebiete

Das Problem sehe ich eher im Bereich des Verkehrs.
Weil als Radfahrer bekomme ich mit wie oft der PKW/ LKW / VWG Verkehr zum erliegen kommt.
Wenn ich mir dann noch vorstelle das ein Einsatzsfahrzeug im Einsatz dort fahren soll, dann dauert es ja Stunden bis es ankommt. Dann heist es nicht mehr als Mitarbeiter sind im Gespräch, sondern im Stau.
Anderes Beispiel, für ein Strecke brauche ich mit dem Fahrrad 15 Minuten, der VWG Bus mit einmal Umsteigen braucht 45 Minuten, früher waren es 25 Minuten ohne Umsteigen.
Deshalb werden oft auch Pakete nicht mehr wie geplant zugestellt( zB: bis 13 Uhr), sondern am anderen Tag , was mir ein Paketfahrer verraten habe.



Über den Autor

Thomas Husmann

Redakteur
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