Wohlfahrtsverband
Rotes Kreuz schickt die Ehrenamtlichen nach Hause
Auflösung der Sanitätsbereitschaft beschlossen – Haus Alteneschstraße wird verkauft
Auflösung der Sanitätsbereitschaft beschlossen – Haus Alteneschstraße wird verkauft
Oldenburg Unruhe beim Oldenburger Roten Kreuz: Hinter den Kulissen des Kreisverbandes rumort es mächtig. Nach einem Beschluss des geschäftsführenden Vorstands soll die Sanitätsbereitschaft aufgelöst werden. Betroffen davon sind etwa 35 Ehrenamtliche, die zum Teil seit mehr als 40 Jahren dem DRK die Treue halten und in ihrer Freizeit bei Veranstaltungen (z.B. Straßenfeste, Fußballspiele, Kramermarkt, Inliner-Tour) Sanitätsdienst leisten.
Die Mitteilung über die geplante Auflösung wurde den Ehrenamtlichen in den vergangenen Tagen per E-Mail mitgeteilt. „Das hat uns erschüttert und schockiert. Wir fragen uns, warum vorher niemand mit uns darüber gesprochen hat“, so Martin Steigerwald, der bis August als Einsatzleiter der Bereitschaft fungierte.
DRK-Geschäftsführer Tom Borsum bestätigte am Dienstag die geplante Auflösung. Gegenüber der NWZ deutete er an, dass es zuletzt massive Verwerfungen zwischen Geschäftsführung und einigen Ehrenamtlichen gab.
Die jetzt getroffene Maßnahme richte sich letztlich gegen einzelne Mitglieder der Bereitschaft. „Verdiente Kräfte, die seit 20, 30 und mehr Jahren aktiv sind, wollen wir halten“, erklärt Borsum. In den nächsten Tagen werde er Gespräche für den Aufbau einer neuen Sanitätsgruppe führen. Auf dem Kramermarkt soll die Gruppe bereits eingesetzt werden. Mit Blick auf die geplante Spezialeinheit „Medizinische Task Force“ gelte es zudem, den Ausbildungsstand der Helfer deutlich zu verbessern.
Erklärende Worte hatten sich die Mitglieder der Sanitätsbereitschaft am Montagabend auf ihrer Gruppensitzung im DRK-Haus Alteneschstraße erhofft. Vom Vorstand ließ sich aber niemand blicken. Auf dem Treffen herrschte gedrückte Stimmung unter den mehr als 30 Teilnehmern. „Man kann uns doch nicht auflösen. Wir sind Rotkreuzler und wollen es auch bleiben“, sagte eine Frau. Andere kritisierten die aus ihrer Sicht fehlende Unterstützung durch den Geschäftsführer. Vor allem nach dem Rücktritt von Kreisbereitschaftsleiter Patrick Voigt im August sei die Zusammenarbeit schwieriger geworden.
Zu den Betroffenen gehört auch Rolf Exner, der die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Betreuung seit Mitte der 90er Jahre leitet. Diese Einheit versorgt u.a. Feuerwehrleute im Einsatz. „Was wir aufgebaut haben, wird jetzt plattgemacht“, so Exner, der seit Jahren auch im Blutspendedienst engagiert ist.
Die aus der Gruppe geäußerte Vermutung, die Auflösung der Bereitschaft stehe im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Bereitschaftsgebäudes Alteneschstraße, wies Borsum am Dienstag zurück. Dem DRK fehlten schlichtweg die finanziellen Mittel, um das marode Gebäude zu sanieren, sagte er.
Beim Oldenburger DRK (150 hauptamtliche Mitarbeiter) gab es erst 2008 schwere Turbulenzen. Damals war der Geschäftsführer gefeuert worden. Kurz danach trat die damalige Vorsitzende zurück.
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Rainer Dehmer
Redaktion Oldenburg
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