AUSSCHUSS:
Runde Sache für Kultur

Stadt will mit EWE über Ringlokschuppen sprechen

DER KULTURDEZERNENT WIRD DIE GESPRÄCHSBEREITSCHAFT DES UNTERNEHMENS AUSLOTEN. DIE POLITIK DISKUTIERTE ÜBER DAS GEBÄUDE.

OLDENBURG Begehrlichkeiten für den alten Ringlokschuppen am Bahnhof gibt es viele. „Das ist doch ein sehr interessantes Gebäude“, meinte eine Bildende Künstlerin Dienstagabend am Rande der Sitzung des Kulturausschusses im VHS-Speicher.

Die Politiker diskutierten vornehmlich die Frage, inwieweit man einem Eigentümer – in diesem Fall der EWE – vorschreiben könne, was er mit seinem Gebäude zu tun habe. Nun soll Kulturdezernent Martin Schumacher als Diplomat bei der EWE ausloten, inwieweit das Unternehmen überhaupt zu Gesprächen mit der Stadt über die weitere Verwendung des ringförmigen Gebäudes in der Nähe des Bahnhofs bereit ist.

Ausgelöst worden war die Diskussion durch einen Dringlichkeitsantrag von Bündnis 90/Die Grünen, in dem befürchtet wurde, das Gebäude könne abgerissen werden. Kulturdezernent Martin Schumacher wies darauf hin, dass die EWE inzwischen öffentlich erklärt habe, dass das Gebäude erhalten bleibe (die NWZ berichtete). „Wir haben keinen Grund daran zu zweifeln, dass das Unternehmen sich daran hält.“

Dennoch bekräftigten die Ratsherren Sebastian Beer und Krister-Benjamin Schramm namens ihrer Fraktion die Forderung nach einem runden Tisch, der über die Zukunft des Schuppens verhandeln solle. Favorisiert wurde von ihnen eine kulturelle Lösung, wie in ihrem Antrag ausgeführt.

Der ringförmige Lokschuppen wurde 1895 erbaut. Um den Schuppen hatte sich in den vergangenen Jahren niemand gekümmert. Er drohte ebenso zu verfallen wie der benachbarte rechteckige Lokschuppen. Zuvor waren zeitweise von möglichen Investoren Pläne für die Einrichtung einer Discothek präsentiert worden, die dann aber nie verwirklicht wurden.

Im Ausschuss machten sich die SPD-Ratsfrauen Ursula Burdiek und Jutta Bohne für das Anberaumen eines Ortstermins im Ringlokschuppen stark, allerdings – wegen des unwegsamen Geländes – erst bei besserer Witterung im Mai, Juni oder Juli.

Ausschussvorsitzender Hans-Richard Schwartz (FDP) räumte ein, dass bei der EWE andere Maßstäbe zu gelten hätten als bei Privateigentümern. Er war aber mit Kulturdezernent Martin Schumacher der Auffassung, es wäre doch wohl schwierig einen runden Tisch zu fordern, wenn womöglich der Eigentümer keinen Beratungsbedarf habe. Schließlich gebe es bei der EWE etwa auch eine Stiftung, die in vielen kulturellen Bereichen aktiv sei. Auch CDU-Ratsherr Heinz Harzmann räumte zunächst einmal dem Eigentümer das Recht ein, Pläne für den Ringlokschuppen zu entwickeln.

Die EWE hatte das 2500 Quadratmeter große Grundstück im Dreieck zwischen Pferdemarkt, Donnerschweer Straße und Schienen samt Gebäude von der Bahn gekauft.

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DER KULTURDEZERNENT WIRD DIE GESPRÄCHSBEREITSCHAFT DES UNTERNEHMENS AUSLOTEN. DIE POLITIK DISKUTIERTE ÜBER DAS GEBÄUDE.
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19.02.2009
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