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Stadt kämpft gegen Abriss der Gleishalle

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Oldenburger Bahnhof:
Stadt kämpft gegen Abriss der Gleishalle

Oldenburg Was wird aus dem Dach des Hauptbahnhofs? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, die mit der Bahn reisen und beim Betreten des Bahnsteigs oben ein Stahlgerippe sehen, das wenig Schutz vor den Unbilden des Wetters bietet. Das Thema beschäftigt an diesem Donnerstag den Bauausschuss.

Die Bahn hat nach Mitteilung von Stadtbaurätin Gabriele Nießen drei Varianten zum Umgang mit der Gleishalle vorgestellt: 1. Erhalt durch Sanierung, 2. Abbruch und Rekonstruktion, 3. Abbruch und Neubau.

Die erste Variante kommt für die Bahn offenbar nicht in Frage. „Eine Instandsetzung und Sanierung lehnt die Deutsche Bahn aufgrund der möglicherweise fehlenden Investitionsmittel bzw. eines höheren Investitionsvolumens sowie einer vermutlich längeren Bauzeit ab“, schreibt Nießen in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses.

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Zweierlei Maß

Beim Thema Denkmalschutz wird offenbar mit zweierlei Maß gemessen. Während bei privaten Bauherren ganz genau hingeschaut wird, ob die Vorgaben des Denkmalschutzes eingehalten werden, kümmert sich der Staat einen feuchten Kehricht um denkmalpflegerische Belange. Das Dach über den Bahnsteigen hat die Bahn über Jahrzehnte hinweg verrotten lassen, die Stadt büßt viel von ihrer Identität ein. Auf den Jugendstil-Bahnhof sind die Oldenburger stolz.

Einen schmucklosen Ersatz mit Betondächern über jedem Bahnsteig nach Hannoveraner Vorbild wünscht sich hier niemand. Die Bahn ist dabei, den letzten Rest von Vertrauen in Oldenburg zu verspielen.

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Und weiter: Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt und das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege positionieren sich entschieden gegen diese Haltung und fordern den Erhalt der Gleishalle.

Der Bahnhof inklusive der Gleishalle sei als Ensemble zu betrachten und stelle ein stadtbildprägendes Bauwerk mit einem hohen Wiedererkennungswert dar. Ein Erhalt der Gleishalle müsse daher Vorrang vor allen anderen Varianten haben.

Die Wiederherstellung des Daches als Wetterschutz und eine verkehrssichere Instandsetzung müsse so schnell wie möglich erfolgen. Das Erscheinungsbild der „Gleishalle“ dürfe dabei nicht grundlegend beeinträchtigt werden. Alternative Lösungen zur Verringerung der Dachlast, zum Beispiel durch den Einbau von Folienkissen anstatt Glasscheiben, seien nicht akzeptabel, unterstreicht Nießen.

An der Finanzierung wird eine Sanierung des vorhandenen Daches wohl nicht scheitern. 13,3 Millionen Euro sollen von Bahn und Bund nach Oldenburg fließen, hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Stephan Albani bereits im März 2014 mitgeteilt. Getan hat sich allerdings nichts. Von der Deutschen Bahn AG war am Mittwoch auf Nachfrage der NWZ  keine Stellungnahme zu bekommen.

Konkreter wird da Gabriele Nießen: „Wir laden die Bahn zum Gespräch ein, da die Untere Denkmalschutzbehörde und die Niedersächsische Landesdenkmalschutzbehörde seit einem Jahr nichts gehört haben.“ Die Stadt setze sich für einen Erhalt der historischen Dachkonstruktion ein und werde mit diesem Wunsch von der Oldenburgischen Landschaft unterstützt.

Nicht länger warten möchte auch CDU-Bundestagsabgeordneter Stephan Albani. „Der Zustand des Daches ist für Oldenburg als Oberzentrum inakzeptabel“, erklärte er gegenüber der NWZ . Es müsse schnell etwas geschehen, zumal die Planung und Realisierung des Bauprojekts einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

Das Bahnhofsdach wurde zwischen 1911 und 1915 errichtet. Es handelt sich um ein Stahltragwerk mit Stegblechen, Winkelprofilen und Nieten. Es ist, beziehungsweise war, eingedeckt mit Platten aus Bimsbeton und Glas. Die Scheiben waren im Februar 2013 aus Sicherheitsgründen entfernt worden. Seitdem sind die Fahrgäste Wind und Wetter ausgesetzt.

Der Oldenburger Stadtverwaltung liegt der Erhalt des Daches sehr am Herzen. „Aufgrund ihres ausdrucksvollen Erscheinungsbildes ist die gesamte Bahnhofsanlage, einschließlich der Gleisüberdachung von besonderer Bedeutung. In der Bundesrepublik Deutschland sind aktuell nur noch drei vergleichbare Anlagen (Görlitz/Halle/Lübeck) erhalten, was die Notwendigkeit und den Wert des Oldenburger Bahnhofs zusätzlich verdeutlicht“, unterstreicht Nießen die Bedeutung des Bauwerks.

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