Verkehr:
Stadt plant Tempo 30 auf Hauptstraßen

Seit 2010 wird an dem Strategieplan gearbeitet – Er enthält 85 Maßnahmen, die bis 2025 umgesetzt werden sollen

Autofahrer sollen in Oldenburg auf andere Verkehrsmittel umsteigen, der Radverkehr soll dafür attraktiver werden: Das steht in einem Strategieplan, über den heute im Verkehrsausschuss abgestimmt wird. Kritik üben CDU/FW-BFO und Handelsverband.

Oldenburg Gute Zeiten für Radfahrer: Die Stadt möchte verbesserte Bedingungen für den Radverkehr schaffen. Dagegen soll der Autoverkehr – insbesondere bei Kurzstrecken – auf andere Verkehrsmittel (Busse und Fahrrad) verlagert werden. Das geht aus dem an diesem Montag im Verkehrsausschuss (17 Uhr, Technisches Rathaus) zur Abstimmung stehenden „Strategieplan Mobilität und Verkehr“ hervor.

Vorgesehen ist u.a., Hauptverkehrsstraßen abschnittsweise als Tempo-30-Zonen auszuweisen (siehe Infokasten), mehr Radverkehr auf die Fahrbahn zu holen und gleich lange Ampelschaltungen für Rad- und Autoverkehr zu schaffen. Ferner sollen im Innenstadtbereich Parkplätze zugunsten anderer Nutzungen aufgegeben werden. Heftige Kritik an diesen Plänen kommt von der Gruppe CDU/FW-BFO und dem Handelsverband Nordwest.

Diese Einzelvorhaben stehen im Plan

Für den Radverkehr sollen weitere Fahrradstraßen ausgewiesen werden. Geplant ist dies für die Hermann-Ehlers-Straße, die Kanalstraße, die Huntestraße (Abschnitt Stadthafen) und den Steinweg. Zur Optimierung des Radwegenetzes ist u.a. daran gedacht, Verbindungen vom Bahnhof zum Pferdemarkt (über EWE-Gelände) sowie über das Kasernengelände Donnerschwee zu schaffen.

Zusätzlichen Parkraum für Autos soll es in der Auguststraße (Parkhaus Ev. Krankenhaus), im Bereich des Bahnhofs und des Bahnhofsviertels sowie am Alten Stadthafen und im Gerichtsviertel geben. Für Radfahrer sind neue bzw. mehr Abstellanlagen geplant u.a. im Bereich Lappan, Schlossplatz, Heiligengeiststraße, Industriestraße und Roonstraße.

In mehreren Hauptverkehrsstraßen möchte die Arbeitsgruppe zusätzliche Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und gegebenenfalls abschnittsweise Tempo 30 einrichten. Betroffen wären davon: Amalienstraße/Nordstraße, Damm, Nadorster Straße, Alexanderstraße, Wallring und Stedinger Straße.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Verwaltung, der Politik, der Industrie- und Handelskammer sowie aus Vereinsvertretern (u.a. ADFC, ADAC und CMO) begann vor dreieinhalb Jahren mit der Entwicklung des Strategieplans. Die unter Leitung des Fachdienstes Verkehrsplanung entstandene Ausarbeitung soll den Verkehrsentwicklungsplan 2000 ersetzen. Ziele sind, ausreichend Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen zu sichern und die verkehrsbedingten Emissionen zu senken. Im Entwurf sind 85 Maßnahmen genannt, die den Fußgänger-, Rad- und Kfz-Verkehr sowie den Öffentlichen Personennahverkehr betreffen und bis 2025 umgesetzt werden sollen.

Aus Sicht der Gruppe CDU/FW-BFO enthält der Strategieplan zahlreiche Nachteile für die Autofahrer. Gruppensprecher Olaf Klaukien lehnt Experimente wie Tempo 30 und veränderte Ampelschaltungen auf Einfallstraßen ab. „Hauptverkehrsstraßen dürfen keine Dorfstraße werden.“ Er befürchtet zudem eine Aufhebung der „Radwegebenutzungspflicht durch die Hintertür“. Für die Autofahrer macht sich auch der Handelsverband stark. Geschäftsführer Rolf Knetemann: „Reibungslose Anfahrmöglichkeiten in die Innenstadt und ausreichende Parkplätze sind der Garant für eine funktionierende Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomielandschaft, so wie sie unsere Stadt Oldenburg derzeit bietet.“

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  michaelleserbrief 20.01.2014, 22:32:12
Das Wege-Wahlrecht muss nicht erhalten werden sondern weg! Denn so lange es vorhanden bleibt, bleiben 90% der Radfahrer auf den Fuß-Radwegen und wechseln nicht auf die Fahrbahn. Die Gründe sind allen an einer sachlichen und an fundierten Erkenntnissen orientierten Diskussion Interessierten bekannt. Nur eine FahrbahnbenutzungsPFLICHT wird es leisten, dass die Radfahrer in MASSE statt mutig vereinzelt auf den Fahrbahnen fahren. Nur durch ihre MASSE werden die Radfahrer den unnötigen KFZ-Verkehr ausbremsen. Dann gibt es nahezu keine Staus mehr und die dann noch auf das KFZ angewiesenen werden ebenso keine großen Probleme mehr haben, in der gleichen Zeit wie vorher von A nach B zu kommen. Dann jedoch nicht mehr mit ständig abwechselndem Kriechen und Rasen sondern mit einer stetigen Fahrgeschwindigkeit, die die gleiche Fahrzeit zwischen A und B bedeutet. Um eine FahrbahnbenutzungsPFLICHT zu fordern braucht´s aber "Arsch in der Hose". Und eben das fehlt uns reformunfähigen Deutschen. Weichereierei ist der falsche Weg. Wenn Reform, dann richtig und vollständig. Runter von den Radwegen! Per Zwang! Und das alles begleitet durch von der öffentlichen Hand finanzierte, umfassende Aufklärungskampagnen via Print-, Ton- und Bildmedien, Postwurfsendungen, Handzetteln, Beschilderungen usw.

  TWesemann 20.01.2014, 17:11:27
Die Einhaltungen der vorhandenen Verkehrsregeln würde schon reichen. Wer schon vor über 30 Jahren mit dem Auto unterwegs war, weiss was ich meine. Wenn wir 30er Schilder brauchen, damit 50km/h nicht überschritten werden, dann bin ich dabei.
...und ja, Fahrradfahrer dürfen grundsätzlich auf jeder Strasse fahren auch wenn viele das nicht wissen. (bitte aber in der richtigen Richtung und ebenfalls unter Einhaltung der Regeln ;))

  RalfLPunkt 20.01.2014, 16:36:35
Warum nicht Tempo 39 auf Autobahnen, Schrittgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaft und flächendeckendes Fahrverbot innerhalb der Städte und die Dorfbevölkerung flächendeckend auslöschen? Man merkt wirklich, dass es die Alhambraklientel bis ins Rathaus geschafft hat!
  os.halbe 20.01.2014, 16:13:09
@(fast) all:
Nein, fördern muß man die Individualverkehr per Auto nicht, aber man sollte ihn nicht auch noch unnötig behindern. Denn den Schaden haben dann in Bezug auf Luft und Nerven alle.

Hey, der Vorschlag mit der "30" ist doch gar nicht so schlecht. Meist fährt man im Stop and go sowieso langsamer, zumindest auf den Hauptstraßen.
Aber wozu Schilder aufstellen ? Im Ernst, was hilft besser, die gewünschte Geschwindigkeit eingehalten zu wissen ? Man richtet die Ampelphasen danach aus und gibt das Tempo, wie an meinem Arbeitsort in Südostniedersachsen auch, per Anzeige bekannt. Gleich an der schon vorhandenen Ampel. Schon rollt der Verkehr, nach einer Gewöhnungsphase, sicher, und langsamer als "50" ist er auch, wenn er soll.
Und wenn dann auch noch die Tageszeit berücksichtigt wird, morgens flüssig in die Stadt, ab nachmittags 'raus aus der Stadt, wäre es schon bald zu schön, um wahr zu sein.
Übrigens würde ich gern einmal an einer solchen Sitzung teilnehmen, wenn sie denn mal an einem Wochenende abgehalten würde. Jaja, es soll tatsächlich auch noch Menschen geben, die zwischen 8 und 18 Uhr für ihren Lebensunterhalt arbeiten gehen müssen oder unter der Woche gar nicht in OL sind.

@Buddelnase: Hat es einen bestimmten Grund, warum Ihre Beiträge immer mindestens zweimal gepostet werden müssen ? ;-)
  pelzpunkt 20.01.2014, 15:06:18
Wenn dann alle 30ig fahren könnten, würde man ja die Durchschnitsgeschwindigkeit um 7 km/h erhöhen. Das ist halt das Problem an Einspurigen Ortschaften...der Langsamste bestimmt das Tempo

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Rainer Dehmer

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