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NWZonline {{SHARING.setTitle("Tempo 30 auf allen Hauptstraßen in Oldenburg?")}}

Lärmschutz:
Tempo 30 auf allen Hauptstraßen in Oldenburg?

Oldenburg Das Thema Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen steht wieder auf der politischen Tagesordnung. Auslöser ist der Lärmaktionsplan, den Ralf Peterson (Ingenieur bei der Stadt) dem Umweltausschuss vorstellte.

Mit Tempo 30 könnte der Verkehrslärm gegenüber Tempo 50 um 2,5 Dezibel gesenkt werden, rechnete Peterson dem Ausschuss vor. Große Erfolge ließen sich bei der Minderung von Verkehrslärm erzielen, wenn Verkehr vermieden werde, erklärte der Ingenieur weiter. Eine „Stadt der kurzen Wege“ mit wohnortnahen Versorgungseinrichtungen sei beispielsweise geeignet, Verkehr zu reduzieren oder zumindest zu begrenzen. Außerdem müssten der öffentliche Personennahverkehr und die Bedingungen für Radfahrer weiter verbessert werden.

Auch die Verlagerung des Verkehrs könne die Lärmbelastung für die Anlieger erheblich vermindern. Ein Lastwagen erzeuge beispielsweise so viel Lärm wie 20 Autos – für die Laster könnten spezielle Routen gebaut und ausgewiesen werden.

Wenig Einfluss habe die Stadt auf den Lärmschutz an den Bundesautobahnen. Dabei könne durch Flüsterasphalt oder sogenannten Düsseldorfer Asphalt die Lärmbelastung um fünf Dezibel reduziert werden. Zudem seien die Lärmschutzwände in die Jahre gekommen und es sei keinesfalls sicher, ob sie ihre Funktion noch voll erfüllten.

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Lärmschutz als Pflicht

Tempo 30 auf den Hauptverkehrstraßen fahren – zu den Stoßzeiten ein Traum, wenn sich Autos Stoßstange an Stoßstange in die Stadt hinein beziehungsweise wieder heraus quälen. Tempo 30 erzeugt (wie beim Ziehharmonika-Prinzip auf der Autobahn) nur mehr Staus. Sinn macht es, die Tempobegrenzung auf die Nacht zu beschränken, wenn die Straßen frei sind und die vorbeifahrenden Autos wirklich Lärm erzeugen. Das ist die eine Seite des Lärmkatasters.

Die andere ist der aktive Lärmschutz. Da sind Stadt, Land und Bund in der moralischen Pflicht, Bürger zu schützen. Bei der Sanierung der Autobahn 28 wurde das schon versäumt. Für die Anwohner ist das ein Skandal.

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Die Verwaltung solle zudem prüfen, ob bei Straßensanierungen lärmoptimierter Asphalt verbaute werden kann. Zudem könne ein Programm zur finanziellen Förderung des passiven Schallschutzes aufgelegt werden, aus dem beispielsweise der Einbau von Schallschutzfenstern bezuschusst werden könnte.

Der Umweltausschuss beschloss einstimmig, den Lärmaktionsplan vom 1. September bis 5. Oktober öffentlich im Technischen Rathaus auszulegen. Das bedeutet, dass sich in diesem Zeitraum Bürgerinnen und Bürger, Vereine und sonstige Verbände zum Lärmaktionsplan äußern und eigene Wünsche vorbringen können.

Grünen-Sprecher Sebastian Beer appellierte an die Verwaltung, die Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen, dass der Lärmaktionsplan zu ihrem eigenen Schutz erarbeitet werde.

Tempo 30 könnte auf der Hundsmühler Straße zwischen Hauptstraße und Hausbäker Weg, Nadorster Straße zwischen Gertrudenkirchhof und Einmündung Hochheider Weg, Hauptstraße zwischen Marktplatz Eversten und Friedhof Eversten, Cloppenburger Straße zwischen Niedersachsendamm und Kreuzung Cloppenburger Straße/Bremer Straße sowie auf der Bremer Straße zwischen Kreuzung Cloppenburger Straße und Schützenhofstraße eingeführt werden.

Politisch diskutiert wurde der Plan im Umweltausschuss noch nicht. Der Rat könnte den Plan frühestens in seiner Dezember-Sitzung verabschieden. Zudem ist das Lärmkataster für das Stadtgebiet unvollständig, weil die Bahn noch keine Daten geliefert hat.

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