Radfahrerin:
Tödlicher Unfall: Busfahrer unschuldig

Videos bringen Klarheit

Eine 39-Jährige war Anfang des Jahres am ZOB verunglückt. Im jetzigen Prozess präsentierte der Anwalt verschiedene Einstellungen von Videokameras, die das Unfallgeschehen in einem neuen Licht erscheinen ließen

Oldenburg Er hatte an dem Vorfall schwer getragen, doch er hat keine Schuld. Deswegen hat das Amtsgericht am Mittwoch einen 58 Jahre alten VWG-Busfahrer aus Oldenburg vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Hintergrund des Verfahrens war der tödliche Unfall einer Radfahrerin Anfang des Jahres am ZOB. Die 39-Jährige war damals von einem abbiegenden Bus der Linie 309 erfasst worden und wenig später an den Folgen ihrer schweren Verletzungen gestorben.

Laut Anklage hatte der Fahrer gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen. Der Unfall wäre vermeidbar gewesen. Der Fahrer hätte die Radlerin, die ordnungsgemäß auf dem Radweg unterwegs gewesen sei, beim Abbiegen sehen müssen und können. Doch der 58-Jährige war sich keiner Schuld bewusst. Er hatte die 39-Jährige nicht gesehen. Das zu beweisen, erschien zunächst unmöglich. Mit seiner Verteidigung beauftragte der 58-Jährige den Oldenburger Verkehrsrechtsexperten Frank-Roland Hillmann III. Der Anwalt ließ die Szene nachstellen und zog einen Sachverständigen hinzu. Vor allem aber ließ Hillmann III die Videoaufzeichnungen aus zwei Bussen beschlagnahmen. Jeder VWG-Bus ist mit vier Kameras ausgerüstet. Die Videoaufzeichnungen aus dem Unfallbus und aus einem wartenden Bus, der am ZOB stand, wurden ausgewertet.

Im jetzigen Prozess präsentierte der Anwalt verschiedene Einstellungen der Kameras, die das Unfallgeschehen in einem neuen Licht erscheinen ließen. Die Prozessbeteiligten schauten sich die Filme an. Danach stand fest, dass die Frau keineswegs ordnungsgemäß auf dem Radweg unterwegs gewesen war. Sie hatte eine Abkürzung genommen und war, plötzlich hervorschießend hinter einem Hochbeet, über die Busspur geschnellt. Der Fahrer konnte sie nicht sehen. Das sei kein Freispruch zugunsten des Angeklagten, sondern ein Freispruch „erster Klasse“, sagte die Richterin.

Leserkommentare

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  udoline 11.10.2013, 10:50:34
Interessant finde ich, daß die Kameras nicht das Bus-Innere im Blick haben. Oder anders: Man wird nun immer aufgenommen, wenn ein Bus in der Nähe ist.
Nun wissen wir also, daß die Geschichte mit der Sicherheit in den Bussen gelogen war.
  einfacherbuerger 04.10.2013, 23:16:58
Zum Glück siegt hier die Gerechtigkeit!!
  Privatier 04.10.2013, 15:29:13
Wieso musste der Anwalt die Videoaufzeichnungen beschlagnahmen lassen? Fragt das Gericht nicht von sich aus danach? Hat die VWG die nicht freiwillig rausgerückt?
Wer hatte denn behauptet, dass die Frau ordnungsgemäß auf dem Radweg unterwegs war?

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Eine 39-Jährige war Anfang des Jahres am ZOB verunglückt. Im jetzigen Prozess präsentierte der Anwalt verschiedene Einstellungen von Videokameras, die das Unfallgeschehen in einem neuen Licht erscheinen ließen
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04.10.2013
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