• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de

Burnout im Stall

NWZonline {{SHARING.setTitle("Burnout im Stall")}}

Immer Mehr Psychische Erkrankungen:
Burnout im Stall

Horstedt/Kiel Die Preise für Milch und Fleisch sind schlecht. Das Arbeitspensum ist hoch, die bürokratischen Hürden sind es ebenfalls, und um das Image der Landwirte stand es auch schon einmal besser. Zunehmend wirkt sich die Situation der Bauern auf deren Gesundheit aus - Burnout und Depressionen sind auch auf den Höfen angekommen.

Psychische Erkrankungen seien eindeutig häufiger geworden, sagt Hans Friedrichsen. Er ist Landwirt im nordfriesischen Horstedt und Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige in der Region. Gefühlt habe es in den vergangenen Jahren einen Anstieg von 30 bis 40 Prozent gegeben, schätzt Friedrichsen, der auch Vorstandsmitglied der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVFLG) ist.

Etwa bei jedem sechsten Landwirt waren bundesweit im Jahr 2013 nach Angaben der Sozialversicherung Burnout, Depressionen und andere psychischen Erkrankungen die Ursache für Erwerbsminderungen (16,72 Prozent). Noch häufigere Gründe waren nur Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (33,18 Prozent). „Lange Zeit kannte man Burnout vor allem aus den sozialen Berufen“, sagt der Chefarzt der Psychosomatischen Abteilung der Kreisklinik im bayerischen Ebersberg, Claus Krüger. Zunehmend seien nun auch Landwirte betroffen.

In der Regel führten drei Faktoren zum Burnout, sagt der Experte. Der wirtschaftliche Druck wird demnach für viele Landwirte immer größer. Die Gestaltungsspielräume für die eigene Arbeit sind gering. Und die meisten Landwirte haben einen inneren Antreiber, der sie gefährdet: ihre hohe Arbeitsmoral. Die meisten kennen nichts anderes als zu funktionieren, zu arbeiten und auf die Psyche wenig Rücksicht zu nehmen, wie Krüger sagt. „Das ist deshalb eine Hochrisikogruppe.“

Viele Bauern seien so erzogen worden, dass der Hof wichtiger als die eigenen Bedürfnisse sei, erklärt der Experte. „Ich kenne viele Landwirte, die noch arbeiten, obwohl sie körperlich krank sind, der Hof sich so nicht mehr trägt und die Familie leidet.“ Das Problem bei vielen betroffenen Landwirten sei, dass sie sich nichts anmerken ließen, bis es zu spät sei.

Die Lage derzeit sei schwierig für viele Landwirte, sagt die Sprecherin des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Kirsten Hess. Bei Gesprächen zwischen Verbandsvertretern und Landwirten nehme das Thema Burnout immer mehr Raum ein. Problematisch seien vor allem die derzeit desaströsen Preise und die öffentlichen Diskussionen um die Qualität landwirtschaftlicher Produkte. Wenn man kein Geld verdiene und dann noch gesagt bekomme, dass das, was man mache, verwerflich sei, überfordere das viele Landwirte.

Friedrichsen sieht es ähnlich: „Zu der wirtschaftlichen Situation und der wahnsinnigen Flut an Gesetzen, Verordnungen und Auflagen kommt diese unsägliche Diskussion in der Öffentlichkeit.“ Das auszuhalten und immer noch Spaß bei der Arbeit zu haben, sei nicht einfach. „Da muss man schon ein sehr starkes Nervenkostüm haben und sehr selbstbewusst sein.“

Viele Landwirte drückten finanzielle Sorgen - auch wegen Zukäufen für größere Höfe. „Zu einer gewissen Größe gehört meiner Meinung nach auch eine gewissen Substanz. Friedrichsen kritisiert ein Stück weit auch die Beratung, die oft nur auf Wachstum abziele und die Eigenkapitalbasis dabei aus den Augen verliere. Wenn dann die Preise einbrächen, kämen die Sorgen, Kredite bedienen zu können, noch hinzu.

In Schleswig-Holstein hat der Vertrauensmann für Tierschutz in der Landwirtschaft, Edgar Schallenberger, im August 2015 in einem Bericht festgestellt, dass Missstände in der Tierhaltung oft verbunden mit familiären Problemen oder wirtschaftlichem Druck seien. „Die Tiere mussten leiden, weil die Bauern litten.“ In solchen Fällen sei psychosoziale Beratung gefragt.

Im nördlichsten Bundesland sind derzeit verschiedene Akteure dabei, ein Netzwerk mit Hilfsangeboten zu knüpfen. „Ziel ist es, Beratungsangebote zu stärken, diese besser zu koordinieren und über sie zu informieren“, sagt Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Friedrichsen ist einer der ersten Ansprechpartner des neuen Netzwerkes. Dass ein Kollege mit Problemen direkt auf ihn zukam, habe er noch nicht erlebt, sagt er. Meist sprächen ihn Menschen aus dem Umfeld an. An die Betroffenen heranzukommen, sei nicht immer ganz einfach. „Aber ich stehe bereit.“

Dinklage
80 Schweine verenden bei Feuer in Stall

Brand In Dinklage
80 Schweine verenden bei Feuer in Stall

Trotz ihres schnellen Einsatzes konnte die Feuerwehr die Tiere nicht mehr retten. Der Stall wurde komplett zerstört. Wie konnte es zu dem Feuer kommen?

Oldenburg
Oldenburger Baskets gewinnen gegen Varese

Champions League Basketball
Oldenburger Baskets gewinnen gegen Varese

Trotz des Heimsiegs müssen die Baskets in die Playoff-Qualifikationsrunde. Lyon und Klaipeda liegen jetzt noch vor den zuvor zweitplatzierten Oldenburgern.

Brake
Transporter kracht in Auto – B 212 gesperrt

Unfall Bei Brake
Transporter kracht in Auto – B 212 gesperrt

Überholmanöver missglückt: Auf der B 212 ist es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Klein-Lkw und einem Pkw gekommen. Wer dort unterwegs war, brauchte etwas Geduld.

Wildeshausen
Trump aus Wildeshausen im  Supermarkt  beschimpft

Namensvetter Zu Donald Trump
Trump aus Wildeshausen im Supermarkt beschimpft

US-Präsident Donald Trump präsentiert alternative Fakten, wir präsentieren den alternativen Trump. Unserer ist Schornsteinfeger aus Wildeshausen – und hat seine liebe Mühe mit dem berühmten Namen.

Delmenhorst
Und wieder brennt es

Wollepark In Delmenhorst
Und wieder brennt es

Zum vierten Mal in diesem Jahr ist die Feuerwehr zur Hochhaussiedlung Wollepark ausgerückt. Auf einem Balkon liegende Gegenstände hatten Feuer gefangen.

Oldenburg
Laster erfasst 31-jährige Radfahrerin

Schwerer Unfall In Oldenburg
Laster erfasst 31-jährige Radfahrerin

Die Frau ist zum Teil von einem Lkw-Reifen überrollt worden. Eingeklemmt und mit schweren Verletzungen blieb sie unter dem Laster liegen.

Oldenburg
Wie geht’s weiter nach der vierten Klasse?

Spezial Zur Schulwahl In Oldenburg
Wie geht’s weiter nach der vierten Klasse?

Die künftigen Fünftklässler sind auf dem Sprung: In einem Spezial stellt die NWZ steckbriefartig alle weiterführenden Schulen in Oldenburg vor. Hier finden Sie viele hilfreiche Informationen, um die richtige Entscheidung treffen zu können.

Oldenburg/Berlin
Martin Schulz – eine überraschende Wahl

Kommentar Zur Kanzlerkandidatur
Martin Schulz – eine überraschende Wahl

Sigmar Gabriel hätte die eigene Wählerschaft erreicht. Ob Martin Schulz im Umkehrschluss mehr Wähler aus der Mitte oder von der Linken ziehen kann, ist dagegen völlig offen, meint NWZ-Politikchef Hans Begerow.

Rodenkirchen
Wer hat diese Frau gesehen?

81-Jährige In Rodenkirchen Vermisst
Wer hat diese Frau gesehen?

Die orientierungslose 81-Jährige braucht dringend Hilfe. Seit Montagnachmittag wird sie vermisst. Eine Zeugin könnte die alte Frau in Brake gesehen haben.