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Anschläge Von Extremisten:
Die Angst geht in Westafrika um

Dakar Bereits weit vor dem Eingang zum Hotel King Fahd Palace in Dakar durchsuchen Wachmänner die Taxen – erst dann dürfen sie an das Gebäude heranfahren. Nach den jüngsten Anschlägen auf Luxus-Hotels und Restaurants in zwei anderen westafrikanischen Ländern will niemand im der senegalesischen Hauptstadt ein Risiko eingehen. Denn spätestens jetzt wird klar: Die Gefahr lauert nicht mehr nur in islamistischen Hochburgen in der Wüste.

„Die Terroristen haben in Mali und Burkina Faso zugeschlagen. Der Senegal ist nicht stärker als diese Länder“, erklärt Joseph Mendy, ein Bankangestellter in Dakar. „Wenn sie die Chance bekommen, würden die Terroristen nicht zögern, das Land anzugreifen. Der Senegal muss nun besonders wachsam sein.“

In der Sahelzone südlich der Sahara ist der islamische Extremismus in seiner gewalttätigen Ausprägung nichts Neues. Weite Gebiete gelten schon länger als gefährlich, besonders für Reisende aus dem Western. Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderer Gruppen entführten vor allem Touristen.

Im Norden von Mali herrschten die Extremisten fast ein Jahr lang über mehrere Ortschaften, bevor sie von französischen Truppen vertrieben wurden. Im Osten verübte die Organisation Boko Haram aus Nigeria Selbstmordanschläge in Niger, im Tschad und in Kamerun. Die jüngsten Anschläge auf Hotels in Bamako und Ouagadougou stellen eine weitere Eskalation dar: Sie trafen Orte, die in einer zunehmend gefährlichen Region immer noch als relativ sicher galten.

Der Dschihadismus breitet sich in der Sahelzone aus und die Länder in der Region müssen nun ständig mit größeren Anschlägen rechnen, wie Cynthia Ohayon erklärt, Westafrika-Spezialistin für die Nichtregierungsorganisation International Crisis Group. „Jetzt stellt sich die Frage, welche Hauptstadt in der Region als nächstes zum Ziel wird“, sagt sie.

Die Extremisten, die von den französischen Soldaten aus Mali vertrieben worden seien, wollten sich jetzt in kleinere Gruppen aufteilen, erläutert Ohayon. Besonders verwundbar sei der Niger. Dort bedrohten Anhänger von Boko Haram die Grenze zu Nigeria, während weitere Extremisten im Inneren des Landes aktiv seien.

Der senegalesische Präsident Macky Sall erklärt, der Extremismus habe keinen Platz in seinem Land, in dem Muslime und Christen friedlich zusammenleben. Im vergangenen Jahr schlug er sogar vor, Frauen das Tragen des Ganzkörperschleiers, der Burka, zu verbieten.

Die Extremisten, die sich zu dem Anschlag in Ouagadougou bekannten, beschrieben ihre Tat in der vergangenen Woche als „Tropfen im Meer des weltweiten Dschihads“. Sie sei Teil einer Serie, mit der das Land der Muslime gereinigt werden solle. Die Extremisten hatten ein Hotel besetzt, 30 Menschen kamen ums Leben. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb.

In das Hotel Radisson Blu in Bamako in Mali sind die Gäste zwei Monate nach dem Terroranschlag mit 20 Todesopfern zurückgekehrt. Einer von ihnen ist Hischam Ahmed aus Libyen. „Wenn ich die bewaffneten Soldaten vor der großen Metalltür draußen sehe, fühlt es sich an, als würde ich ein Militärlager betreten“, sagt er im Café des Hotels. „Ich fühle mich schon ein wenig unsicher.“ Er frage sich, ob Attentäter über einen Zaun klettern oder einen Anschlag von einem nahe gelegenen Haus verüben könnten. „Ich komme aber trotzdem, denn ich habe meine Projekte.“

Bis zum Anschlag am vergangenen Freitag galt Burkina Faso als eines der sichereren Länder in der Region. Ganz unerwartet kam die Tat aber nicht angesichts der räumlichen Nähe zum Extremismus und der mangelhaft geschützten Grenzen in der Sahelzone. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Behörden in Burkina Faso hätten bereits vor dem Anschlag verdächtige Aktivitäten in Moscheen und auch einige Imame beobachtet. Anfang Dezember wurden mehrere Männer aus Niger und Nigeria ausgewiesen. Sie hatten angegeben, in Burkina Faso predigen zu wollen.

Die Regierung in Burkina Faso will nun die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern stärken, um den Extremismus zu bekämpfen. „Wir müssen unsere Geheimdienstinformationen und unsere Streitkräfte kombinieren“, erklärte Präsident Roch Marc Christian Kaboré. „Ab jetzt werden wir alle Maßnahmen ergreifen, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

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