Politbarometer:
Europa so beliebt wie nie

38 Prozent sehen Vorteil für Deutschland in EU-Mitgliedschaft

Das Interesse an der Europawahl ist noch
gering. Der Bundes­präsident appelliert
daher an die Bürger.

Mannheim/Brüssel Das Europabild der Deutschen ist acht Tage vor der Europawahl so positiv wie nie zuvor: 38 Prozent aller Bundesbürger sehen in der EU-Mitgliedschaft zurzeit „eher Vorteile“ für unser Land. Zu diesem Ergebnis kommt das neuste Politbarometer, das die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für die NWZ  und das ZDF ermittelt hat. Das sind 15 Prozentpunkte mehr als im langfristigen Mittel und damit so viele wie noch nie seit Inkrafttreten der Verträge von Maastricht 1992. Der Anteil der EU-Skeptiker sinkt auf 19 Prozent, 40 Prozent sprechen von „Vor- und Nachteilen gleichermaßen“.

Nach dem Politbarometer zeichnet sich in Deutschland bei der Europawahl ein klarer Vorsprung der Union vor der SPD ab. Wenn an diesem Sonntag gewählt würde, könnte die CDU/CSU mit 38 Prozent (unverändert zur Vorwoche) rechnen, die SPD erhielte 27 Prozent (unverändert). Für die Grünen würden sich elf Prozent (minus 1) entscheiden, die Linke käme auf acht, die AfD auf sechs und die FDP auf drei Prozent (alle unverändert).

Der hohe Prozentsatz Nicht-Entschlossener (53 Prozent) lasse allerdings eine niedrige Wahlbeteiligung erwarten und demonstriere großes Desinteresse an der Wahl, erklärte die Forschungsgruppe Wahlen. 2009 lag die Beteiligung in Deutschland bei nur 43,4 Prozent.

Bundespräsident Joachim Gauck sowie Italiens Staatschef Giorgio Napolitano und Polens Präsident Bronislaw Komorowski appellierten deshalb an die Bürger, am 25. Mai zur Wahl zu gehen: „In diesem Jahr ist unsere Stimme wichtiger denn je“, heißt es in dem Aufruf. Zum ersten Mal könnten die Wähler Einfluss darauf nehmen, wer die Europäische Kommission führe. Die Spitzenkandidaten sind Jean-Claude Juncker (Konservative), Martin Schulz (Sozialdemokraten), Guy Verhofstadt (Liberale), Ska Keller (Grüne) und Alexis Tsipras (Linke).

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Europa so beliebt wie nie
Das Interesse an der Europawahl ist noch gering. Der Bundes­präsident appelliert daher an die Bürger.
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17.05.2014
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