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Atomausstieg:
Forderung nach Ende für „Atomstandort Lingen“

Hannover/ lingen Umweltschützer haben ihre Forderung nach einem Aus für die Brennelemente-Fabrik im emsländischen Lingen bekräftigt. In einem am Mittwoch in Hannover vorgestellten Appell verlangen rund 200 Initiativen, Verbände und Parteigliederungen zudem die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerk Emsland bei Lingen.

Niedersachsens Landesregierung und die Bundesregierung dürften „den Atom-Standort Lingen nicht länger tolerieren“, sagte Udo Buchholz vom Vorstand des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz. In der Stadt gebe es vom Atomausstieg „keine Spur“. Das AKW dürfe noch bis 2022 weiter Strom und Atommüll erzeugen, die Brennelemente-Fabrik sei vom Ausstieg gänzlich ausgenommen.

Die Fabrik beliefere Atomkraftwerke in zahlreichen Ländern mit frischen Brennstäben, erklärten die Umweltschützer. Auch die „Pannen-Meiler“ in Belgien und Frankreich erhielten ihren „Brennstoff“ aus Lingen. Die Anlage sei mit 35 Betriebsjahren „völlig überaltert“. Zudem gefährdeten Uran-Transporte von und nach Lingen die Menschen an den Transportstrecken.

Die Europa-Vorsitzende der atomkraftkritischen Ärzteorganisation IPPNW, Angelika Claußen, erinnerte daran, dass Niedersachsen kürzlich der „Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg“ beigetreten sei. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) habe die Atomkraft als Risiko-Technologie bezeichnet. Diese Worte seien „ein guter Anfang, aber was wir viel mehr brauchen, sind Taten“. Der Atomausstieg beginne „hier bei uns vor Ort“, sagte Claußen. „Das bedeutet, der Atomstandort Lingen muss geschlossen werden.“

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