Religion:
Kritik an Islam-Vertrag wächst

Rot-grüne Landesregierung sucht „breite Mehrheit im Landtag“ – Streit um Gebetsräume

Die FDP warnt vor Eile. Die Liberalen wollen sich wie die CDU nicht unter Druck setzen lassen.

Hannover Trotz wachsender Kritik hält die Landesregierung an ihren Vertrags-Plänen mit drei Muslim-Verbänden fest. „Wir wollen eine breite Mehrheit im Landtag. Dafür nehmen wir uns Zeit“, betont Regierungssprecherin Anke Pörksen im Gespräch mit der NWZ . Man sei „zuversichtlich“, die Vereinbarungen in diesem Jahr zu unterzeichnen. „Die Landesregierung sieht keinen Grund, von dem Plan abzurücken“, so Pörksen.

Zugleich steigt die Zahl der Kritiker. Für FDP-Chef Stefan Birkner hat sich nach Gesprächen mit Muslimen und den Kirchen „die Skepsis eher noch verstärkt“. Der Streit dreht sich um Gebetsräume in öffentlichen Schulen und um das langfristige Ziel einer Gleichstellung mit den großen christlichen Kirchen. Dort registriert man aufmerksam, dass Muslime vom Land mehr Privilegien bei der seelsorgerischen Betreuung eingeräumt werden als den Kirchen.

Die Landtagsfraktionen von FDP und CDU warten mittlerweile seit fast zwei Monaten auf ein Gutachten der Landtagsjuristen zum Islam-Vertrag. „Viele Fragen sind noch offen“, betont die Opposition. Auch Frauenbeauftragte üben ebenso wie die Humanistische Union Kritik an Gebetsmöglichkeiten in öffentlichen Schulen. Vielen bereitet auch das Frauenbild vieler Muslime Kopfschmerzen. Birkner warnt die Landesregierung vor Eile beim Islam-Vertrag. Die Liberalen würden sich in jedem Fall „nicht unter Druck setzen lassen“, kündigt der FDP-Vorsitzende an.

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Kritik an Islam-Vertrag wächst
Die FDP warnt vor Eile. Die Liberalen wollen sich wie die CDU nicht unter Druck setzen lassen.
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11.02.2016
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