Gedenken:
Kritik und Lob für Merkels Dachau-Besuch

Kanzlerin erste Regierungschefin im ehemaligen KZ

– Kritik der Grünen – Lob vom Zentralrat der Juden

Merkel wurde von einem Überlebenden zu dem Besuch eingeladen. Im Anschluss hielt sie eine Wahlkampfrede im Bierzelt.

Dachau Historischer Tag in Dachau: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag das ehemalige Konzentrationslager in Bayern besucht. Das hat noch keiner ihrer Vorgänger im Amt getan. „Für mich ist es ein sehr besonderer Moment“, sagte Merkel, die bei ihrem Besuch mit Holocaust-Überlebenden zusammentraf. „Die Erinnerung an diese Schicksale erfüllt mich mit tiefer Trauer und Scham.“

Ihr Besuch hatte im Vorfeld auch für Diskussionen gesorgt, weil sie im Anschluss einen Wahlkampfauftritt in einem Bierzelt absolvieren wollte. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer habe die Kanzlerin eingeladen, nachdem er von ihrem geplanten Auftritt in Dachau gehört habe.

Kritik kam von den Grünen. „Wer es ernst mit dem Gedenken an einem solchen Ort des Grauens meint, der macht einen solchen Besuch garantiert nicht im Wahlkampf“, sagte die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast. Sie nannte es eine „geschmacklose und unmögliche Kombination“, dass Merkel direkt nach ihrem KZ-Besuch eine Wahlkampfrede halten will.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland stärkte Merkel hingegen den Rücken. „Mit Frau Merkel besucht immerhin erstmals ein deutscher Kanzler die KZ-Gedenkstätte in Dachau“, sagte am Dienstag der Zentralratsvorsitzende Dieter Graumann. „Was ihren anschließenden Auftritt in einem CSU-Bierzelt angeht – ich bin auch in diesem Fall dagegen, dass wir uns jetzt in eine Meckerecke stellen.“

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Merkel wurde von einem Überlebenden zu dem Besuch eingeladen. Im Anschluss hielt sie eine Wahlkampfrede im Bierzelt.
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21.08.2013
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