Umweltminister Im Nwz-Gespräch:
Kann es zwei Endlager für Atommüll geben?

Wenzel will Lagerstätte für hochradioaktiven und nicht hochradioaktiven Müll

Harte Konflikte sieht Stefan Wenzel (Grüne) auf dem Weg zu einem Atomendlagergesetz, das im Sommer 2017 kommen soll. Er bringt eine Teilung des Mülls auf zwei Lager ins Spiel – und schließt Gorleben als Lösung nicht aus.

Hannover/Berlin In der Debatte um die Entsorgung von hochgefährlichem Atommüll plädiert Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) für die Errichtung von „zwei Lagerstätten“. „Ein Lager für hochradioaktiven Müll und ein weiteres Lager für problematischen radioaktiven, aber nicht hochradioaktiven Müll aus der Urananreicherung, aus der Asse oder aus Forschungsreaktoren beispielsweise“, sagte Wenzel im Interview mit der NWZ .

Das komplette Interview mit Umweltminister Stefan Wenzel

Kommentar von Gunars Reichenbachs

Der Landesumweltminister erwartet im Übrigen ein Atomendlagergesetz im Bundestag und Bundesrat „bis zu den Sommerferien 2017“. „Aber es gibt noch harte Konflikte“, schränkt der Niedersachse ein.

Wenzel schließt nicht aus, dass auch das niedersächsische Gorleben als Atomendlager in Frage kommen könnte. „Bislang theoretisch Ja“, bestätigt der Grünen-Politiker. „Aber Ton und Granit sind ebenfalls möglich“, ergänzt Wenzel, der als entscheidendes Kriterium für Atomendlager die „Rückholbarkeit“ nennt. „Wir reden über eine Million Jahre Sicherheit und über 500 bis 1000 Jahre, um den Müll notfalls aus der Erde zurückzuholen. Für den Fall des Falles, um Fehler korrigieren zu können“, sagt Wenzel.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will bei der Suche nach einem atomaren Endlager in jedem Fall auch Niedersachsen mit einbeziehen. „Wir gehen von einer weißen Landkarte aus, keine Region ist vorherbestimmt und kein Ort ausgeschlossen“, sagte Hendricks in einem Interview. Im Zuge des Neustarts der Suche nach einem Endlager für den hochradioaktiven Atommüll hatten Bundesregierung und Bundestag 2015 beschlossen, die Untersuchung des Salzstocks Gorleben vorerst abzubrechen. Damit sollte eine weitere Vorfestlegung auf den Standort im Kreis Lüchow-Dannenberg vermieden werden.

Die Endlager-Kommission werde Mitte des Jahres Empfehlungen für die spätere Suche nach einem Endlager geben, sagte Hendricks. Das Standortauswahlverfahren soll im Jahr 2031 abgeschlossen sein.

Leserkommentare

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  Oldenburger 07.03.2016, 15:39:37
Umweltminister (und dann auch noch ein Grüner)...wenn ich das schon höre/lese. Sicherheit für eine Million Jahre; was für ein Traumtänzer - wo doch Uran 235 eine Halbwertzeit von 703800000 Jahre hat.
War es nicht Angela Merkel als Umweltministerin, die den Mist verzapft hat - und das als Physikerin!!!

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