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„geistige Brandstiftung“ :
Bremer Pastor wettert gegen andere Religionen

Bremen In einer Predigt hat der evangelische Pastor Olaf Latzel in der Bremer St.-Martini-Kirche andere Religionen massiv beleidigt. Das islamische Zuckerfest bezeichnete Latzel als „Blödsinn“, Buddha als „dicken, fetten Herrn“ und den Segen des Papstes „Urbi et Orbi“ als „ganz großen Mist“. Zum Umgang mit Reliquien in der katholischen Kirche sagte der Pastor der konservativen evangelischen Gemeinde, „der ganze Reliquiendreck und -kult ist heute noch in der katholischen Kirche verbreitet“. Bremens leitender Theologe Renke Brahms bezeichnete die Predigt Latzels als „geistige Brandstiftung“.

Die Predigt ist auf der Internetseite von St. Martini nachzuhören. Aktionen wie ein Friedensgebet unterschiedlicher Religionen, zu dem kürzlich Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) das Rathaus der Stadt geöffnet hat, verurteilte der landeskirchliche Pastor darin ebenfalls scharf. Dabei handele es sich um eine „abrahamitische Ökumene, die uns jetzt verkauft wird: Wir haben einen Gott, die Muslime, die Juden, die Christen.“

Doch das sei „das Allerletzte, was wir jetzt brauchen. Wir brauchen klare Verkündigung von Jesus Christus.“ Zu Götzen und anderen Göttern sage Gott „umhauen, verbrennen, hacken, Schnitte ziehen“. Zum Islam meinte Latzel, Muslime gehörten zu Deutschland, „der Islam nicht“. Das hieße nicht, dass Christen nicht in Nächstenliebe Muslimen begegnen sollten. Gott unterscheide auch zwischen Sünde und Sündern.

Brahms distanzierte sich entschieden von Latzel, der schon 2008 bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte, weil er Frauen in der St.-Martini-Gemeinde die Kanzel verwehrte. „Die in der Predigt verwendeten Formulierungen sind unerträglich und dazu geeignet, Gewalt gegen Fremde, Andersgläubige oder Asylbewerbern Vorschub zu leisten“, warnte der leitende Theologe. Die Vielfalt der Religionen sei Teil der Wirklichkeit in Deutschland. „Wir treten für einen Dialog ein, der ernsthaft und ehrlich und in großem Respekt geführt wird“, sagte Brahms, der auch Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Die Bremische Evangelische Kirche distanziere sich von jeder Botschaft oder Weltanschauung, die im Namen des christlichen Glaubens andere Glaubensformen beleidige oder beschimpfe. Die bremische Kirche ist Mitinitiator eines Bündnisses in der Stadt, das vor dem Hintergrund fremdenfeindlicher Demonstrationen in Deutschland für Vielfalt und Toleranz wirbt.

Disziplinarrechtlich kann die Kirchenleitung wohl nicht gegen Latzel vorgehen, das müsste der Kirchenvorstand der Gemeinde tun. Einmalig in Deutschland: Die 61 Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche genießen laut Kirchenverfassung Lehr-, Glaubens- und Gewissensfreiheit.

Latzel gehört mit anderen evangelisch-konservativen Theologen in Bremen zu den Unterzeichnern eines missionarischen Aufrufes gegen eine „Verwässerung“ zentraler christlicher Positionen. Unter dem Motto „Zeit zum Aufstehen“ fordern sie eine Orientierung für das Leben anhand des biblischen Zeugnisses. Sie sind beispielsweise der Auffassung, dass Homosexualität dem Willen Gottes widerspricht.

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