Seebäderschiffe:
Die „Weiße Lady“ wird verschrottet

„Wappen von Hamburg“ geht auf letzte Fahrt

BREMERHAVEN Die „Wappen von Hamburg“, Deutschlands einst größtes Seebäderschiff, hat von Bremerhaven aus ohne eigene Maschinenkraft seine letzte Reise angetreten. Ein Schlepper nahm den Rumpf der „Weißen Lady“ in der Nacht zu Freitag im Bremerhavener Fischereihafen auf den Haken. Zielort ist Esbjerg in Dänemark. Hier wird der frühere „Musikdampfer“ verschrottet. Auf dem Weg nach Skandinavien hat das Gespann in einiger Entfernung die Insel Helgoland passiert, den roten Felsen in der Nordsee, zu dem die „Wappen von Hamburg“ mehr als 40 Jahre unzählige Tagesgäste brachte – zunächst von Hamburg aus, später nur noch auf der Kurzstrecke ab Cuxhaven.

Der Name „Wappen von Hamburg“ auf dem Bug war im Mai 2007 überstrichen worden, denn die Mercator Shipping Corporation mit Sitz auf der Karibikinsel Tortola (Britische Jungferninseln) erwarb das Schiff, nannte es um in „Mercator II“ und meldete es in Panama an. Der Plan der neuen Eigentümer: Den Stolz der Seebäderflotte zu einem exklusiven Kreuzfahrtschiff für höchstens 36 Gäste umbauen.

Gestützt von Bankkrediten in Millionenhöhe wurde „Mercator II“ zurückgebaut. Nur der Rumpf blieb übrig, dümpelte in Bremerhaven mit dicken Trossen befestigt vor sich hin. Dann kamen erste Zweifel an der Seriosität der neuen Eigner auf. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchten, ob die Bankkredite tatsächlich in voller Höhe für den Umbau Verwendung fanden. Die Eigner tauchten unter. Nun wird das 110 m lange Schiff endgültig verschrottet. Aus der Traum von der Karibik.

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