Neun Schafe Getötet:
Blutbad in Goldenstedt – war es der „Problem-Wolf“?

Selbst ein Elektrozaun konnte den Wolf offensichtlich nicht abhalten: Im Kreis Vechta wurden neun Tiere getötet und fünf verletzt. Der Züchter und die Landtags-CDU fordern jetzt die „Entnahme“ des Wolfs.

Goldenstedt/Barnstorf/Hannover Neun tote und fünf verletzte Schafe, das ist die Bilanz eines möglicherweise erneuten Wolfsangriffs in Goldenstedt (Landkreis Vechta). Der Besitzer der Schafherde kritisiert die bisherigen Maßnahmen des Umweltministeriums, weil offensichtlich selbst ein Elektrozaun den Wolf nicht abhalten konnte. Die CDU-Landtagsfraktion fordert rasche Konsequenzen.

„Ein Wolf, der sich auch durch Elektrozäune nicht abschrecken lässt und ein regelrechtes Blutbad auf der dahinterliegenden Weide anrichtet, muss umgehend aus der Population entnommen werden“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann am Montag nach der Sitzung des Umweltausschusses in Hannover. Offenbar reichten die von der rot-grünen Landesregierung vorgegebenen Präventionsmaßnahmen nicht mehr aus.

„Ich verlange nicht, dass er abgeschossen wird, aber er muss aus der freien Natur entnommen werden“, sagte Schafzüchter Tino Barth im NDR-Fernsehen. Nach seinen Angaben waren sowohl Schutzzaun als auch Stromstärke höher als empfohlen. Der Wolf könne nur drüber gesprungen sein. „Was wollen wir denn noch machen?“

Der örtliche Wolfsberater Torsten Schumacher geht von einem Wolfsangriff aus. Die endgültige Gewissheit soll ein DNA-Test bringen. Das Ergebnis dürfte allerdings erst in einigen Wochen vorliegen.

In den Kreisen Vechta und Diepholz wurden seit Ende 2014 mehr als 100 Nutztiere gerissen – möglicherweise von derselben Wölfin. Die CDU spricht vom „Goldenstedter Problemwolf“.

Leserkommentare

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  bernd-lueth 14.10.2015, 11:24:11
Guten Morgen,

gibt es schon einen DNA Test.
So etwas geht eigentlich sehr schnell ( wenn man es will)

Zuerst wird ein reisserischer Bericht veröffentlicht und dann............. über das Ergebnis wird nicht berichtet.

Der geneigte Bürger, darf eigentlich erwarten, dass wahrheitsgemäß berichtet und aufgeklärt wird.

Also bitte nachhaken und mit genauen Angaben den DNA, Gentest,einen Bericht ( mit Abgleich von Wolfsgehegen etc. ) veröffentlichen. Nur so kann diese Scharfmacherkampagne endlich Einhalt geboten werden.

Ein alter Jäger
  lipifreund 06.10.2015, 20:20:39
... wann erhalten wir Bürger endlich genaueste Ergebnisse der Genteste und genaue Listen, welche beantragten Landesgelder abgewehrt wurden, da die Testergebnisse den Hofhund des Nachbarn als Täter identifizierten ?
Dafür gibt´s aber kein öffentliches Geld.
Man kann über die Tatsache der freilebenden Wölfe getrennter Meinung sein-die Objektivität sollte darunter nicht vergessen werden.
Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Genteste könnte viel
Beruhigung in die teilweise märchenhaften Berichte bringen.
- Barbara Klebinger
  Printus 06.10.2015, 16:16:25
Der Wolf ist nicht das Problem - der Mensch ist DAS Problem.
  bernd-lueth 06.10.2015, 13:14:14
Wann hört man endlich auf, mit solchen Schauergeschichten, Unruhe und Angst zu stiften.
Bei den Wölfen in Niedersachsen handelt es sich nicht um selbst zugewanderte Wölfe.
Hier hat man nachgeholfen .

Solange man nicht sämtliche Daten der Wolfsgehege in Deutschland und dem nahen Ausland, mit den Spuren der angeblichen Wölfe vergleicht, sollte man sehr vorsichtig mit solchen Behauptungen sein.

In den meisten Gällen sind die Untersuchungen oberflächlich , obwohl es sehr gute Methoden der Bestimmung anhand von Haaren und Kot gibt.
Uns liegen Unterlagen vor, die belegen wo und wie nachgeholfen wurde.

Ich hoffe der Kommentar wird abgedruckt.

Gruß
Ein alter Jäger der selbst zugewanderte Wölfe in seinem Revier hat.

Über den Autor

Marco Seng

Redakteur
Reportage-Redaktion
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Neun Schafe Getötet
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