Ostermärsche In Der Region:
Friedensbewegung will Fluchtursachen bekämpfen

Die Kundgebungen sollen zeigen, dass die Flucht Hunderttausender nach Europa Ursachen habe, für die die Politik Deutschlands mitverantwortlich sei. Ostersamstag gibt es auch in Oldenburg eine Demonstrationen.

Bremen/Oldenburg Das Thema Flucht und Asyl prägt auch die diesjährigen Ostermärsche der Friedensbewegung. Die Demonstrationen, Kundgebungen, Wanderungen, Fahrradtouren, Blockadeaktionen und Feste sollen darauf aufmerksam machen, dass die Flucht Hunderttausender nach Europa Ursachen habe, für die die Politik Deutschlands mitverantwortlich sei, heißt es in Aufrufen. Gleichzeitig wollen die Veranstalter auch 2016 wieder auf traditionelle Anliegen der Friedensbewegung hinweisen.

Bundesweit gibt es nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative vom 25. bis 28. März etwa 80 Aktionen. Auch in Niedersachsen und Bremen gehen Ostermarschierer auf die Straße. Am Ostersamstag sind in Bremen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Wolfsburg Demonstrationen angekündigt.

Die Aktivisten demonstrieren zudem für eine Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr, einen Stopp von Waffenexporten aus Deutschland sowie den Abzug aller Atomwaffen aus Europa. Die Veranstalter erwarten nicht zuletzt wegen der Flüchtlingskrise und den weltweit zahlreichen Konflikten viele Teilnehmer.

Der Ostermarsch in Wolfsburg wird von den Gewerkschaften und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) veranstaltet. „Wir treten für ein buntes und tolerantes Wolfsburg ein, in dem Menschen nicht aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Kultur oder Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung ausgegrenzt und abgewertet werden“, sagte DGB-Stadtchef Thomas Heyn.

In Bremen ruft auch die evangelische Kirche zur Teilnahme am Ostermarsch auf. „Von Kriegsgeschehen und Hunger betroffenen Menschen zu helfen, ist für uns nicht nur eine Christenpflicht sondern auch eine Verpflichtung an die Menschlichkeit“, heißt es im Appell des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt. „Dieses kann erstens geschehen, indem weniger in Leben vernichtende Waffen investiert wird und zweitens endlich eine Umverteilung des Reichtums geschieht.“

„Kriege stoppen - Fluchtursachen beseitigen - geflüchtete Menschen aufnehmen“, heißt das Ostermarsch-Motto in Hannover. Auch der Oldenburger Ostermarsch steht unter dem Thema „Krieg - Armut - Flucht“. In Braunschweig versammeln sich die Aktivisten unter dem Motto „Verhandeln statt schießen - Kriege lösen keine Konflikte!“.

Entstanden ist die Ostermarsch-Bewegung in Großbritannien. Am Karfreitag 1958 versammelten sich in London unter der Regie des britischen Philosophen Bertrand Russel erstmals 10.000 Menschen, um für die atomare Abrüstung zu demonstrieren. In Deutschland fand der erste Ostermarsch 1960 statt. In Hochzeiten zwischen 1968 bis 1983 demonstrierten bei Ostermärschen in Westdeutschland mehrere hunderttausend Menschen gegen den Vietnam-Krieg oder die Nato-Nachrüstung.

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Ostermärsche In Der Region
Friedensbewegung will Fluchtursachen bekämpfen
Die Kundgebungen sollen zeigen, dass die Flucht Hunderttausender nach Europa Ursachen habe, für die die Politik Deutschlands mitverantwortlich sei. Ostersamstag gibt es auch in Oldenburg eine Demonstrationen.
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23.03.2016
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