Problem-Wolf Von Munster:
Mit Gummigeschossen ihm Respekt beibringen

Alternative zum Abschuss: Laut Experten soll der Wolf gehörig erschreckt werden, sobald er sich Menschen nähert. Das Raubtier soll „das als Bestrafung empfinden“. Doch das ist gar nicht so leicht. Wer macht den Job?

Hannover Der verhaltensauffällige Wolf aus der Lüneburger Heide soll nach Ansicht von Experten vergrämt werden. Dafür sprach sich am Samstag der niedersächsische Arbeitskreis Wolf aus, dem Jäger, Förster, Naturschützer und Nutztierhalter angehören. Maßnahmen der Vergrämung seien zum Beispiel, ein Gummigeschoss auf den Wolf abzufeuern oder ihn mit lauten Geräuschen zu erschrecken, sagte der Arbeitskreis-Vorsitzende Frank Faß. „Der Wolf muss das als Bestrafung empfinden“ - deshalb müsse diese unmittelbar erfolgen, wenn er sich Menschen nähere. „Das ist eine hohe Kunst. In Deutschland gibt es keine Experten mit dieser Erfahrung.“

Der Wolf soll einer Spaziergängerin mit Kinderwagen und Hund in Munster gefolgt sein und direkt am Zaun einer Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel geschlafen haben. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatte bereits im Landtag angekündigt, gegen das Tier vorgehen zu wollen - notfalls soll es eingefangen oder getötet werden. „Das Umweltministerium wird bei allen Maßnahmen streng nach Recht und Gesetz vorgehen“, teilte ein Sprecher mit. Wölfe sind in Deutschland geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Die Sicherheit der Menschen stehe aber im Mittelpunkt, hieß es aus dem Ministerium.

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