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Debatte Um Raubtier Geht Weiter:
Wildeshauser Wolf jetzt in den Niederlanden?

Dörverden Auch in den Niederlanden ist der Wolf nach mehr als 100 Jahren wieder aufgetaucht: Ein Tier sei am Wochenende in der nordöstlichen Provinz Drenthe nahe der deutschen Grenze gesehen worden, teilte ein Vertreter der Provinz im niederländischen Radio mit. Mehrere Menschen hatten das Tier bei der Stadt Assen gesehen und fotografiert. Experten gehen davon aus, dass es derselbe Wolf ist, der in den vergangenen Tagen in Norddeutschland gesehen worden war.

Wegen der Rückkehr der Wölfe fordert Niedersachsen eine bundesweite Meldestelle. Dort sollten künftig Beobachtungen und Bewertungen zu Wolfssichtungen zusammengeführt werden, sagte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Sonntag. Eine entsprechende Behörde auf Bundesebene müsse eingerichtet werden, meinte auch Frank Faß, Leiter des Wolfcenters Dörverden und Vorsitzender des Arbeitskreises Wolf, der das niedersächsische Umweltministerium berät. Für die Akzeptanz der Tiere in der Bevölkerung brauche man gesellschaftlichen Konsens.

Wenzel forderte, dass sich die Umweltministerkonferenz mit dem Thema der Wolfskoordination befassen solle. „Der unter Artenschutz stehende Wolf überschreitet auf seinen Wanderungen Länder- und Staatsgrenzen.“ Eine bundesweite Meldestelle könnte das Monitoring erleichtern.

Die Bejagung dürfe bei höheren Beständen langfristig kein Tabu sein, sagte Wolfsexperte Faß. „In Deutschland ist es ohne eine Regulierung der Wolfsbestände nicht realistisch, eine dauerhafte Akzeptanz der Tiere bei allen Bevölkerungsgruppen zu schaffen.“ Die Tiere hätten auch positive Auswirkungen: „Wölfe regulieren unsere hohen Wildbestände. Sie erbeuten außer Jungtieren vor allem alte, kranke und schwache Stücke.“

„Der Wolf ist als Mitjäger eine Bereicherung unserer Landschaft“, betonte Wildbiologin Britta Habbe, die sich im Auftrag der Landesjägerschaft Niedersachsen um das Wolfsmonitoring kümmert. Fast 200 Jahre lang war der Wolf in Deutschland ausgerottet, erst nach dem Fall der Mauer kam er zurück. Mittlerweile leben hier wieder rund 30 Rudel. Damit seien bundesweit vermutlich bis zu 300 Tiere unterwegs, so Habbe. Die meisten ziehen durch Sachsen und Brandenburg, aber auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gibt es mehrere Rudel.

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