Vierkampf um Sechstage-Sieg
Radsport Duo Marvulli/Kalz führt in Bremen knapp – Zwei schwere Stürze
Fahren in Bremen derzeit vorweg: Franco Marvulli (links) und Marcel Kalz (unten). Verfolgt werden sie von Iljo Keisse (oben) und Titelverteidiger Robert Bartko (rechts). BILD: dpa 
von Olaf Ulbrich
Bremen - Eine Bonusrunde hat das Duo Franco Marvulli/Marcel Kalz am Sonntag an die Spitze katapultiert: Der Schweizer und sein Berliner Partner führen das 48. Bremer Sechtagerennen nach der vierten Nacht mit 204 Punkten an. Ihnen dicht im Nacken sitzen der Titelverteidiger Robert Bartko (Potsdam) und Peter Schep (Niederlande), die sich mit 197 Zählern ebenfalls in der Nullrunde befinden. Beim überschreiten der 200er-Marke erhalten sie ebenfalls eine Runde gutgeschrieben.
Mit einer Runde Rückstand und 190 Punkten liegen Leif Lampater (Irschenberg) und Iljo Keisse (Belgien) auf Platz drei. Als viertes Team noch Chancen auf den Gesamtsieg haben der Däne Marc Hester und der Österreicher Andreas Müller (139/1 Runde zurück).
Das Rennen der U 23, das in vier Etappen ausgetragen wurde, gewannen am Sonntag die Schweizer Dominik Stucki/Lionel Wüst mit 51 Punkten vor den rundengleichen Berlinern Hans Pirius und Maximilian Beyer (43). Der Nachwuchs nutzte die Bremer Sixdays, um auf der schweren Bahn Erfahrungen zu sammeln.
„Die Atmosphäre hier ist genial“, schwärmte Philipp Zwingenberger, jüngster Fahrer im Feld. Der 18-jährige Chemnitzer wurde mit Sebastian Wotschke Achter. Zwingenbergers Ziel sind die Olympischen Spiele 2016: „Und die Tour de France zu fahren.“ Für eine Straßenkarriere sei die Vorbereitung und Praxis auf der Bahn sehr wichtig. „Hier lernt man, unter einer dauerhaften Belastung schnell zu fahren. Nur so kann man ganz vorne mit dabei sein“, sagte Zwingenberger.
Sein großes Vorbild ist Marc Cavendish, amtierender Straßenweltmeister aus Großbritannien. „Er hat auch in der U 23 viele Bahnrennen gewonnen und dann auf der Straße den Durchbruch geschafft“, begründete Zwingenberger, der für das Berliner Team Ked-Bianchi fährt.
Bei diesem steht auch Marcel Kalz unter Vertrag. „Er hat mir hier in Bremen viele Tipps gegeben“, sagte Zwingenberger: „Und er hat immer versucht, mich zu motivieren, wenn es mal nicht so lief.“
Eine Premiere feierten am Sonnabend die Frauen, die erstmals bei einem Sechstagerennen in Deutschland auf die Bahn durften. Es gewann Daniela Gass. Die 31-Jährige aus Rietheim schüttelte im abschließenden Derny-Rennen mit einem starken Endspurt ihre Konkurrentinnen ab.
Überschattet wurde das Frauen-Rennen von einem schweren Sturz in der Steilkurve. Gina Haatz brach sich dabei den Ellenbogen. Auch der U-23-Amateur Benedikt Kendler stürzte in der letzten Jagd. Er prallte auf den Kopf und musste in eine Klinik gebracht werden. „Es ist aber nichts Schlimmes passiert“, gab der Sportliche Leiter Erik Weispfennig am Sonntag Entwarnung.
@ Infos: http://www.NWZonline.de/bremer-sechstagerennen
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