Der „kleine Diesel“ Danny Stam stellt Motor ab
Radsport 39-jähriger Niederländer am Montagabend bei Bremer Sechstagerennen offiziell verabschiedet
Bremen - Als am Montagabend kurz nach 21 Uhr die 24 Radprofis beim 48. Bremer Sechstagerennen langsam an die Startlinie rollten, lag eine gehörige Portion Wehmut in der Luft. Als Letzter kam Danny Stam. Der 39-jährige Niederländer bahnte sich den Weg nach ganz vorne und erhielt dabei von den Zuschauern und Kollegen viel Applaus.
Der „kleine Diesel“, wie Stam aufgrund seiner enormen Ausdauer genannt wird, wurde am vorletzten Abend der Sixdays offiziell verabschiedet. Sein zwölftes Rennen in der Hansestadt ist gleichzeitig sein letztes. Nach der finalen Großen Jagd an diesem Dienstag (22.45 Uhr) wird er Abschied von der Bremer Veranstaltung nehmen. „Natürlich, Radsport ist mein Leben“, sagt Stam mit einem Kloß im Hals: „Aber ich bin jetzt 39, und irgendwann ist für jeden Schluss.“
Der Bahnradsport wurde dem 1,76 Meter großen Mann praktisch in die Wiege gelegt. Er ist der Sohn des vierfachen Steher-Weltmeisters Cees Stam. Dennoch versuchte es Danny zunächst in anderen Sportarten – Fußball, Tennis oder Judo. „Das war aber alles nicht mein Ding“, sagt er. Also schwang er sich in den Rennradsattel.
Eine Karriere auf der Straße ist Stam jedoch versagt geblieben. Die Tour de France, das Ziel eines jeden Radsportlers, ist er nie gefahren. Seine Leidenschaft lag von Beginn an auf der Bahn. Und hier katapultierte er sich schnell in die Weltspitze. 1996 wurde er erstmals niederländischer Meister im Derny-Rennen, seit 2000 ist Stam Profi.
Derzeit bestreitet er sein 110. Sechstagerennen. 16 davon hat Stam gewonnen, sein erstes im Jahr 2003 – und zwar in Bremen. An der Seite seines Lieblingspartners und Landsmanns Robert Slippens wiederholte er diesen Triumph drei Jahre später.
„Ich bin immer gerne in Bremen gefahren, weil mir die kleine, kurze Bahn sehr liegt“, sagt Stam. Er kommt auf dem schwierig zu fahrenden 166 Meter langen Holzoval anders als viele seiner Kollegen bestens zurecht: „Hier kann ich meine taktischen Stärken besonders gut einsetzen.“
Darüber hinaus waren die Auftritte in Bremen für ihn fast immer wie ein Heimspiel. „Speziell am Wochenende sind immer viele meiner Landsleute in der Halle gewesen“, erinnert sich Stam. Einige brachten sogar selbst gemalte Transparente mit, mit denen sie ihr Idol anfeuerten.
Bis zu seinem endgültigen Karriereende stehen noch zwei Sixdays an: in Berlin (26. bis 31. Januar) und Kopenhagen (2. bis 7. Februar). Auch dort wird er verabschiedet werden. Was danach kommt? „Erst einmal Urlaub.“
@ Infos: http://www.NWZonline.de/bremer-sechstagerennen
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