Radprofis legen knapp 1000 km zurück
Sechstagerennen Fahrer bei 48. Bremer Sixdays so schnell wie nie – Sportchef Weispfennig zufrieden
von Olaf Ulbrich
Bremen - Das 48. Bremer Sechstagerennen ist eines der schnellsten Sixdays in der Hansestadt überhaupt. Noch nie waren die 24 Radprofis so schnell wie in diesem Jahr. „Da in den Steilkurven nicht mehr Holzlatten, sondern -platten verlegt worden waren, ist der Rollwiderstand geringer. Deshalb ist auch die Endgeschwindigkeit höher“, begründete der Sportliche Leiter Erik Weispfennig.
Die Bahnfahrer waren auf der 166 Meter langen Holzbahn mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 50 Stundenkilometern unterwegs. In den rund 50 Stunden an den sechs Tagen legten die Fahrer etwa 5900 Runden und insgesamt knapp 1000 Kilometer zurück.
„Ich bin zufrieden“, zog Weispfennig ein positives Fazit nach seinem Debüt als Sportchef. Der 42-jährige Ex-Profi hatte das Amt von Patrick Sercu (67) übernommen, der mit dem Veranstalterwechsel in Bremen zurückgetreten war. „Für mich war es ein schöner Anfang“, meinte Weispfennig.
Auch die neuen Ausrichter um die Bremer Veranstaltungs- und Event GmbH sowie die städtische Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) zeigten sich mit dem Publikumsinteresse „insgesamt zufrieden“. Mit reduzierten Eintrittspreisen, einem moderneren Party-Programm und einem umfangreicheren Sportangebot mit zusätzlichen Sprint-, Nachwuchs- sowie Frauenrennen sollten vor allem junge Leute und Radsport-Fans in die ÖVB-Arena gelockt werden. „Unser Konzept ist aufgegangen“, bilanzierte WFB-Geschäftsführer Hans Peter Schneider am Dienstagabend.
Doch ob die 48. Auflage auch einen finanzieller Erfolg war, wird sich erst in den nächsten Tagen herausstellen. „Ob wir die Gewinnzone erreichen, ist nicht sicher“, gab Sixdays-Macher Theo Bührmann jr. zu.
Kalkuliert hatten die Ausrichter mit 50 000 Gästen. „Dieses Ziel haben wir erreicht“, sagte Schneider. Insgesamt seien 20 000 Karten verkauft worden. „Hinzu kommen 2500 VIP-Tickets und 2500 verkaufte Karten an der Abendkasse, die sehr gut war“, rechnete Schneider vor. Insgesamt 25 000 Zuschauer hätten Sponsoren-Freikarten genutzt.
Die Veranstalter kündigten an, auch im Jahr 2013 wieder ein Rennen austragen zu wollen. „Wir haben den Neustart geschafft. Es war nicht das Ende, sondern ein Anfang“, betonte Schneider. Damit scheint die Traditionsveranstaltung gerettet. Denn von ehemals einem Dutzend Sechstagerennen blieben aus Geldmangel nur die in Bremen und Berlin übrig.
@ Infos: http://www.NWZonline.de/bremer-sechstagerennen
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