„Erwartungen habe ich keine“
Radsport Johannes Siemermann freut sich riesig auf WM-Teilnahme in Belgien
Eindeutig auf dem aufsteigenden Ast: Johannes Siemermann ist bei der Cross-WM in Belgien dabei. BILD: Privat 
von Jürgen Schultjan
Lohne - „Ich lasse dort alles auf mich zukommen. Und ich gehe ohne Erwartungen ins Rennen“, sagt Johannes Siemermann gegenüber der NWZ. Wenn an diesem Sonnabend und Sonntag die Cross-Weltmeisterschaften der Radfahrer in Koksijde (Belgien) stattfinden, fällt aus heimischer Sicht eher der Name Sebastian Hannöver (RSG Lohne-Vechta). Doch der fehlt, ist nicht nominiert, aber sein designierter Nachfolger und Schützling zugleich Johannes Siemermann wird im Mekka des Cross-Sports dabei sein, wenn 60000 Zuschauer erwartet werden.
Platz drei bei DM
Der 17-jährige Gymnasiast aus Lohne ist stolz, in die Fußstapfen seines Vorbildes und Trainers steigen zu können. Als Junior hat er sich die Nominierung für die Weltmeisterschaften spätestens bei den deutschen Meisterschaften in Kleinmachnow verdient und gesichert. Der Nationalfahrer feierte dort seinen bisher größten Erfolg mit Platz drei. Nur Favorit Silvio Herklotz (HRV Hamburg), dem Siemermann bei der WM durchaus Titelchancen einräumt, und Felix Drumm (RSC Zweibrücken), der ebenfalls in Koksijde dabei sein wird, waren schneller. Der Jubel über die Bronzemedaille vergrößerte sich noch, als Bundestrainer Wolfgang Ruser ihm die WM-Nominierung mitteilte.
Danach wurde das Training noch weiter intensiviert. Mindestens dreimal pro Woche geht es ohnehin auf die Strecken, die, wie beim Cross üblich, sehr unterschiedlich sein sollen. Möglichst viele verschiedene Beläge – von Asphalt bis zu Sand – sollte der Untergrund schon haben. Da jedoch vor allem im Weltcup und bei Weltmeisterschaften auch enorme Anstiege bis zu Treppen und Hindernisse zu bewältigen sind, kommt es auch auf die Laufstärke des Athleten an. Hier sieht der 17-Jährige, der zuletzt viel in den Sandkuhlen in Vechta unterwegs war, seine Vorteile, wie schon sein Trainer Sebastian Hannöver nach der deutschen Meisterschaft hervor hob: „Johannes ist bärenstark gefahren und hat sein läuferisches Potenzial voll ausgespielt. In Koksijde könnten ähnliche Faktoren wichtig werden
„Strand und Dünen, welliges Gelände und viel Laufen“, so charakterisiert Johannes Siemermann seine Eindrücke, nachdem er die Weltcup-Strecke im Vorjahr schon einmal in Angriff genommen hatte und auf Platz 33 gelandet war. Diesen Rang sähe der Gymnasiast als Erfolg an, obwohl er ja keine Erwartungen hegen und pflegen will. „Es ist schwer einzuschätzen, wer zum Beispiel aus Japan und den USA teilnehmen wird. Ich freue mich einfach nur auf den Wettkampf“, so Siemermann, der bereits am Donnerstag vor Ort war, wo mit dem Bundestrainer am Nachmittag eine Trainingseinheit anstand.
Start ist um 11 Uhr
Am Sonnabend um 11 Uhr geht es auf die 2,5 Kilometer lange Strecke, die 40 Minuten plus eine Runde lang zu bewältigen sein wird. Bestens vorbereitet ist Johannes Siemermann. 14 Tage vor der WM erreichte er im französischen Levien Platz 17 unter 50 Teilnehmern und war damit drittbester Deutscher. Da ließ er sich vom Sturz beim Laufen über eine Eisplatte und dem drittletzten Rang auch nicht aus der Ruhe bringen. Nervenstark ist der 17-Jährige, der 2008 im Alter von 14 Jahren durch seinen Vater, der ihn nach Belgien begleitet, zum Radsport kam. Zunächst bestritt er drei Straßenrennen, doch die Cross-Rennen fand er interessanter und konzentrierte sich fortan mehr darauf – mit Erfolg.
@ Infos und die Übertragung vom Rennen unter: http://www.cx-sport.de
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