Tierarzneimittel In Grundwasser:
OOWV will Untersuchungen umgehend ausweiten

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) ist besorgt wegen des Antibiotika-Funds im Kreis Cloppenburg. Der Antibiotikaeinsatz in der Tiermast sei insgesamt zu hoch, sagte Umweltminister Stefan Wenzel.

Brake/Thülsfelde Nachdem bei Grundwasser-Untersuchungen in Thülsfelde (Kreis Cloppenburg) erstmals Antibiotika gefunden wurden, ist der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) alarmiert. Der Verband hatte an acht Messstellen Grundwasserproben gezogen und untersuchen lassen. In vier Proben war das Tierarzneimittel nachgewiesen worden. „Alle Werte waren knapp über der Bestimmungsgrenze. Wir haben dann noch einmal Proben gezogen und beim IWW Zentrum Wasser in Mülheim untersuchen lassen. Drei der vier Proben waren positiv“, so OOWV-Bereichsleiter Egon Harms.

Nach diesen Stichproben werde der OOWV die Untersuchungen umgehend ausweiten und weitere Messstellen beproben. Harms warnte vor einseitigen Schuldzuweisungen an Landwirte. „Wir brauchen aber eine sachliche Diskussion über den maßvollen Einsatz von Gülle, Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten. Eine Lösung kann nur gemeinsam mit den Landwirten, der Pharmaindustrie und den Veterinären gefunden werden“, so Harms.

Der OOWV hat die Ergebnisse der Untersuchungen dem Umweltministerium mitgeteilt. Umweltminister Stefan Wenzel: „Die Funde des OOWV belegen leider, was bereits eine Studie des Umweltbundesamtes Ende 2013 angedeutet hat: Bei ungünstigen Standortverhältnissen und häufigem Wirtschaftdüngereinsatz kann es zum Eintrag von Tierarzneimitteln ins Grundwasser kommen. Diese Stoffe gehören definitiv nicht ins Grundwasser, auch nicht Spuren.“ Der Antibiotikaeinsatz in der Tiermast sei insgesamt zu hoch.

Kritik kam vom Kreislandvolkverband Cloppenburg. Entgegen den Behauptungen des OOWV werde das genannte Medikament Sulfadimidin auch in der Humanmedizin eingesetzt. Die Feststellungen des Wasserverbandes seien „unfachlich und unzureichend“.

Dem widerspricht aber Maik Pommer vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn: „Sulfadimidin ist nicht als Humanarzneimittel zugelassen.“

Leserkommentare

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  hw 10.11.2014, 19:56:44
Wann wollen unsere Politiker endlich reagieren? Die Massentierhaltung muss verboten werden, bevor es zu spät ist! Die Reaktion des Kreislandvolkverbandes ist mal wieder unter aller Sau.

Über den Autor

Norbert Wahn

Redakteur
Politikredaktion
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Tierarzneimittel In Grundwasser
OOWV will Untersuchungen umgehend ausweiten
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) ist besorgt wegen des Antibiotika-Funds im Kreis Cloppenburg. Der Antibiotikaeinsatz in der Tiermast sei insgesamt zu hoch, sagte Umweltminister Stefan Wenzel.
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06.11.2014
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