BREMERHAVEN, 26. August 2010


Raue See für schwedischen Großsegler

Sail 2010 Nachbau der „Götheborg“ kämpft bei Anreise mit Witterung


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Die Großsegler „Atlantis“ aus den Niederlanden (ganz links), die „Gorch Fock“ der Deutschen Marine (vorn), die polnische „Dar Mlodziezy“ (2. von rechts) der Maritimen Universität in Gdynia und die russische „Krusenstern“ (ganz rechts) trafen am Mittwoch in Form einer Einlaufparade zum Windjammerfestival „Sail 2010“ vor Bremerhaven ein. BILD: DPA  Bild vergrößern

von Frank Miener

Bremerhaven - Die Fahrt nach Bremerhaven war für den schwedischen Segler „Götheborg“ hart. Die raue See habe die Besatzung durchgeschüttelt und mächtig herausgefordert, sagt Schiffsmanager Emanuel Persson.

Dennoch kam das Schiff rechtzeitig zur Sail 2010 an. Die „Götheborg“ ist der Nachbau eines schwedischen Asien-Seglers aus dem 18. Jahrhundert und erstmals bei einer Sail in Bremerhaven dabei. Die 74 Besatzungsmitglieder des knapp 60 Meter langen und elf Meter breiten Vollschiffs sind am Mittwoch noch mit Tauen und Netzen beschäftigt, um das Schiff für die Besucher sicher zu machen, die ab heute an Deck dürfen, um sich mit den Bedingungen an Bord vertraut zu machen.

Aber nicht nur die „Götheborg“ steht Interessierten offen: Fast alle Großsegler und Spezialschiffe, die an der achten Sail in Bremerhaven teilnehmen, bieten Besichtigungen an. Das Angebot wird von Gästen aus ganz Deutschland genutzt. Eckhart Kuscher ist eigens aus dem bayerischen Fürstenfeldbruck angereist, um sich mit seiner Ehefrau Anneliese so viele Schiffe wie möglich anzusehen. „Wir wollen dazu alle fünf Tage nutzen“, sagt der 61-Jährige. Andere Gäste kommen vorbei, weil sie in der Nähe sind, wie Familie Mäule aus Ludwigsburg. „Wir machen Urlaub in Cuxhaven“, sagt Melanie Mäule. Da wollen sie sich das Großereignis nicht entgehen lassen.

Schiffsmanager Persson freut sich über das große Interesse. „Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen“, sagt er. Interesse habe der Frachtsegler auch auf sich gezogen, als er vor einiger Zeit in China war, sagt Persson: „Das Ziel unserer Stiftung war es, die Reisen von damals nachzuvollziehen. „Das Original wurde 1738 gebaut. Auch damals waren um die 70 Seeleute an Bord. Allerdings waren keine Frauen darunter, heute sind 40 Prozent der Besatzungsmitglieder weiblich.

Insgesamt 2500 Trainees und Besatzungsmitglieder sind auf der Sail. Bereits vor der Eröffnung kamen Tausende an die Weser, um sich die Parade von Großseglern unter Führung des Schulschiffs „Gorch Fock“ anzusehen. Mit Rückenwind und unter Segeln kamen sie aus Amsterdam an die Weser – unter den gleichen Bedingungen wie die „Götheborg“. Aber keinem erging es so wie dem Original des schwedischen Seglers. Das hatte im Jahr 1745 Schiffbruch erlitten. Es sank auf der Heimreise von einer Chinafahrt.

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