BRAKE, 26. Januar 2012


Schiefke schlägt Stellmann erneut vor

Stellenbesetzung Ratssitzung am 2. Februar – „Brauche ein neues demokratisches Votum“


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Hält an seiner Bewerbung auf eine Stelle bei der Braker Stadtverwaltung fest: Daniel Stellmann BILD: Detlef Glückselig  Bild vergrößern

Durch den Rückzug der Kandidatin habe sich eine neue Situation ergeben. Gibt es keine Mehrheit für den Verwaltungsvorschlag, wird die Stelle neu ausgeschrieben.

von Torsten Wewer

Brake - Daniel Stellmann hält nach Angaben von Bürgermeister Roland Schiefke an seiner Bewerbung auf eine Stelle als Fachbereichsleiter bei der Braker Stadtverwaltung fest. Aus diesem Grund hat der Bürgermeister für Donnerstag, 2. Februar, eine Ratssitzung einberufen. „Ich beabsichtige, aufgrund der veränderten Situation noch einmal abstimmen zu lassen“, erklärte Schiefke am Mittwoch.

Die „veränderte Situation“ hat sich für Schiefke durch die Absage der Kandidatin ergeben, die nach dem Auswahlverfahren neben Stellmann als gleichwertige Bewerberin übrig geblieben war. Nachdem er der Bewerberin das Abstimmungsergebnis aus der Ratssitzung vom vergangenen Donnerstag mitgeteilt habe – nämlich dass der Verwaltungsvorschlag mit 16:15 Stimmen abgelehnt wurde – habe die Frau nach einer Bedenkzeit am Montag abgesagt. Dass er ihr nahe gelegt habe, ihre Kandidatur zurückzuziehen, bestritt Schiefke.

Nach seiner Darstellung war sie als Alternative der Verwaltung in dem Beschlussvorschlag genannt worden; Favorit war allerdings – wie berichtet – Daniel Stellmann.

Stellmann habe nach Einschätzung der zuständigen Dezernentin etwas besser bei der Kandidatenbeurteilung abgeschnitten, weil er beispielsweise ortskundig ist und während seiner über fünfjährigen Ratstätigkeit im fachlichen Austausch überzeugt habe. Zudem habe sich die Dezernentin, in deren Zuständigkeitsbereich die Stelle gehört, vorstellen können, mit ihm dauerhaft zusammen zu arbeiten. „Das ist ja auch nicht unwichtig“, sagte Schiefke.

Dagegen hatten Ratsmitglieder und die Frauenbeauftragte den Eindruck, so Schiefke, dass beide Kandidaten absolut gleichwertig seien. In so einem Fall müsse nach dem niedersächsischen Gleichstellungsgesetz die weibliche Bewerberin bevorzugt werden. „Da haben wir keine Alternative“, betonte der Verwaltungschef.

Zugleich wies Schiefke vehement zurück, dass das bisherige Bewerbungsverfahren nicht demokratisch verlaufen sei. Nach den Vorstellungsrunden von fünf Bewerbern habe das Entscheidungsgremium – dem neben Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte und der zuständigen Dezernentin Vertreter aller Stadtratsfraktionen angehört haben – eine Reihenfolge festgelegt. Er habe sich in diese Entscheidung nicht eingemischt, sagte Schiefke. Dies habe die Dezernentin entschieden. Der Einschätzung der Dezernentin, wonach am Ende Stellmann und die Bewerberin übrig geblieben sind, sei in dem Gremium „einstimmig“ gefolgt worden. „Ich habe mich diesem Votum nur angeschlossen“, sagte Schiefke.

Dass trotz dieser Vorentscheidung der Rat gegen die Verwaltungsvorlage gestimmt habe, „hat so keiner erwartet“, räumte Schiefke ein. Im Vorfeld sei ihm signalisiert worden, „dass man dem Vorschlag der Verwaltung folgen kann“.

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Da beide Bewerber als gleichwertig geeignet eingestuft worden seien und sich nach Absage der Kandidatin die Frage der Gleichstellung nicht mehr stelle, sehe er keinen Grund, Stellmann nicht erneut vorzuschlagen. Er brauche am Donnerstag „ein neues demokratisches Votum“. Sollte wider Erwarten Stellmann erneut keine Mehrheit bekommen, dann müsse die Stelle neu ausgeschrieben werden. Allerdings wäre eine Wiederbesetzung bestimmt nicht vor Juli möglich. „Dann muss die Politik auch akzeptieren, dass die Verwaltung die von ihr geforderte Leistung bis dahin nicht erbringen kann“, sagte Schiefke.






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