Große Neugierde auf neues Einkaufscenter in Oldenburg
Innenstadt Schlosshöfe am ersten Tag rappelvoll – Handel spürt Aufbruchstimmung
Mitten im Getümmel: Leticia Haertel (links) und Lisa Kamphaus sahen sich mittags das Center an. BILD: Hauke-Christian Dittrichs 
von Klaus Fricke
Oldenburg - Die beiden jungen Damen trafen sich am Mittwoch kurz vor 8 Uhr am Eingang Poststraße des neuen Einkaufscenters. Zuerst schüchtern, dann immer forscher näherten sie sich der Glastür, vor der schon etwa 100 Menschen Einlass begehrten. Der Sicherheitsmann dahinter aber blieb unerbittlich: erst als seine Digitaluhr auf „08:00“ umsprang, ließ er die Wartenden ein. Und die ersten Kunden strömten in die nagelneuen „Schlosshöfe“.
Deren Warenwelt zog auch die beiden Hübschen magnetisch an – mit unübersehbaren Folgen: Kaum zeigte die Digitaluhr des jetzt etwas vereinsamten Sicherheitsmannes „08:09“, da spazierten sie schon wieder hinaus aus dem Center, jede bepackt mit Tragetaschen einer Boutique. Die beiden Damen waren vielleicht die schnellsten Kunden am Tag, an dem die „Schlosshöfe“ von der Baustelle zum Neubau wurden.
Die Zufriedenheit der beiden Frauen über die neuen Kleidungsstücke dürfte ebenso groß gewesen sein wie die Zufriedenheit von Kathrin Landsmann. „Klappt doch alles prima“, freute sich die Centermanagerin und meinte damit gar nicht mal den gelungenen Schnitt durch das rote Band, mit dem sie zusammen mit OB Gerd Schwandner und den Vertretern der Hamburger ECE-Projektentwicklung, Axel Diewald und Henrie W. Kötter, das Center offiziell für eröffnet erklärt hatte. Nein, Landsmanns Zufriedenheit gründete sich auf dem guten Eindruck, den die „Schlosshöfe“ für die meisten der vielen tausend Kunden dieses Starttags machte.
Die Inhaber der 94 Geschäfte und ihre Mitarbeiter (weit über 400) waren ganz wesentlich dafür zuständig, dass es zum Auftakt reibungslos funktionierte. „Dafür haben alle alles gegeben“, freut sich zum Beispiel Spielwarenhändler Ludwig Knolle. „Hier herrscht eine richtige Aufbruchstimmung.“ Die Innenstadt, davon ist der Neu-Oldenburger fest überzeugt, werde durch das Einkaufscenter insgesamt profitieren.
Währenddessen laden Paketboten noch ihre letzten Lieferungen in den Läden ab, werden die letzten Tüten mit Rucola-Salat in die Gastroküchen gewuchtet – und wird schon der erste Fleck auf dem Boden weggefeudelt. Der typische Wahnsinn einer großen Eröffnung eben.
Die beiden Damen mit der schnellsten Kaufentscheidung sind längst weg, als es gegen Mittag richtig voll wird in den „Schlosshöfen“. Jetzt ist auch der Sicherheitsmann ebenso wie seine vielen Kollegen wieder gefragt, jetzt läuft die Maschine auf vollen Touren, und jetzt haben auch die Läden Kundschaft, die nicht im Zentrum der einzelnen Ebenen platziert wurden. Der Center-Alltag hat Oldenburg erreicht.
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