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Erste Bachelor-Abschlussarbeit komplett auf Platt

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Qualifikation:
Erste Bachelor-Abschlussarbeit komplett auf Platt

OLDENBURG Bei der Durchsicht der Bachelor-Arbeit von Edith Janssen hatte Prof. Dr. Jörg Peters schnell vergessen, dass alles auf Platt geschrieben war. „Es ist eine interessante Arbeit, die zeigt, dass man Platt durchaus auch als Wissenschaftssprache verwenden kann“, sagte Peters am Mittwoch bei der Übergabe des Zertifikats an die Studentin, die erste Absolventin des Zusatzstudiums ist.

Die 23-Jährige aus Westoverledingen (Landkreis Leer) beschäftigte sich mit dem Thema „To de Belang van das Nederdütsk up die hoogdütsk Grammatik“. Vier Semestern lang untersuchte Janssen das Sprachverhalten von Grundschülern in Ostfriesland und den Einfluss des Niederdeutschen auf die hochdeutsche Grammatik. Ihre Studien ergaben, dass Kinder, die mit der plattdeutschen Sprache aufgewachsen sind, in der Schule zunächst mit dem Hochdeutschen leichte Probleme haben können. „Wenn es aber später um das Erlernen einer Fremdsprache geht, sind diese Kinder deutlich im Vorteil“, weiß Janssen nach Abschluss ihrer Arbeit.

Für den Professor für Niederdeutsch und Saterfriesisch am Institut für Germanistik an der Universität Oldenburg war es nach einigen Hausarbeiten die erste Bachelorarbeit, die vollständig auf Platt verfasst wurde. „Es wird sicherlich weitere Arbeiten auf Platt geben, sie werden aber in der Minderzahl bleiben“, vermutet Peters. Mit Vorlesungen auf Platt rechnet Peters allerdings nicht, da die Kurse im Bereich des Niederdeutschen auch von Studierenden besucht werden, die das Plattdeutsche nicht beherrschen.

Bei dem Zertifikat handelt es sich um eine Zusatzqualifikation für angehende Germanistinnen und Germanisten, die seit dem Wintersemester 2008/09 an der Universität Oldenburg angeboten wird. Angehende Lehrerinnen und Lehrer können nach Ansicht von Peters von dem Zertifikat durchaus profitieren: „Gerade an norddeutschen Schulen gewinnt das bedrohte Plattdeutsche immer mehr an Bedeutung“. Vermittelt werden fundierte Kenntnisse zur Geschichte, Grammatik, Orthografie und Anwendung des Niederdeutschen.

Mit dem Studienangebot trage die Universität Oldenburg auch dem besonderen Stellenwert des Niederdeutschen als Regionalsprache Rechnung, erläutert Peters.