Bildung -
Klage über Schulausfall

Niedersächsischer Landeselternrat fordert Reserven für Lehrervertretungen

Das Kultusministerium verweist auf einen Rückgang der Beschwerden. Die Elternvertretung sieht dagegen keine wesentliche Verbesserung.

Hannover/Ihlow Der Landeselternrat hält den Ausfall von Unterricht für ein zentrales Problem an niedersächsischen Schulen. „Ich kann nicht erkennen, dass sich die Situation in den vergangenen Jahren verbessert hat“, sagte die Vorsitzende Sabine Hohagen aus Ihlow-Ochtelbur (Landkreis Aurich) der NWZ.

Die positiven Statistiken, die das Kultusministerium vorlege, seien durch die Erfahrungen an den Schulen nicht gedeckt, sagte die Vorsitzende des Rats, der die Interessen aller Erziehungsberechtigten in Niedersachsen vertritt. Es reiche nicht aus, Lehrer für eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung einzuplanen. „Es ist klar, dass durch Klassenfahrten, Fortbildungen und Krankheiten ein zusätzlicher Bedarf besteht.“ Der Landeselternrat fordert deshalb, eine Vertretungsreserve bei der Lehrerversorgung einzuplanen. „Wir brauchen einen Puffer.“

Das Kultusministerium sieht bei dieser Frage keinen Handlungsbedarf. „Jede Schule hat ein eigenes Konzept mit Vertretungsregelungen“, hob eine Sprecherin hervor. Zudem könnten Schulen bei langfristigen Ausfällen auf Feuerwehr-Kräfte zurückgreifen. „Die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen ist gut.“

Ein Problem sei der Mangel an Lehrkräften in einzelnen Fächern, sagte die Sprecherin weiter. „Wir haben zum Beispiel in Chemie und Physik nicht genügend Personal.“ Nicht alle Stellen könnten wie gewünscht besetzt werden.

Das Ministerium kündigte an, zum Schuljahresbeginn telefonische Anlaufstellen für Fragen zum Thema Unterrichtsversorgung einzurichten. Bei den Regionalstellen der Landesschulbehörde in Lüneburg, Braunschweig, Hannover und Osnabrück stünden Schulexperten aus der entsprechenden Region als Ansprechpartner für Eltern und Schüler zur Verfügung.

Landeselternvertreterin Hohagen hält Unterrichtsausfall in den nächsten Monaten für besonders schwerwiegend. „Das kommende Schuljahr ist sehr kurz. Es wird angesichts der Zeit kaum möglich sein, Stoff nachzuholen.“


Mehr Infos zur Anlaufstelle bei der Landesschulbehörde unter   http://bit.ly/nwpj4j 

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Christoph Kiefer

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