Motorradclubs -
Polizei traut Rocker-Frieden nicht

21 Gruppen im Oldenburger Land unter strenger Beobachtung

Ansatzpunkte für ein Verbot einzelner Gruppen, wie in Hessen geschehen, gibt es in der Region nicht. Hier geht man von bis 350 Mitgliedern der Clubs aus.

OLDENBURG Im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg stehen Rockergruppen nach wie vor unter strenger Beobachtung. Dabei handelt es sich um 21 Motorradclubs, die sich selbst zu den „Ein-Prozent-Clubs“ zählen, die sich nicht an Recht und Ordnung halten. Die Zahl der Mitglieder liegt bei 300 bis 350 im Oldenburger Land. Dazu gehören die Red Devils, Gremium, Bandidos und die Hells Angels und deren Unterstützer-Clubs.

Letztere treten vor allem in Nachbarbundesländern wie Bremen in Erscheinung. Die Red Devils werden von Polizeiexperten aber als deren „Statthalter“ gesehen. „Wir gehen von einer latenten Gefahr durch diese Gruppen im Raum Oldenburg aus“, erklärte der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Hans-Jürgen Thurau.

Ansatzpunkte für ein Verbot einzelner Gruppen, wie jetzt in Hessen geschehen, gibt es jedoch derzeit nicht. Hierfür müssen die kriminellen Aktivitäten (Körperverletzung, Drogendelikte, Rotlichtmilieu) dem Club als solchem und nicht einzelnen Mitgliedern nachgewiesen werden.

Dem vor einem Jahr geschlossenen Rockerfrieden zwischen Bandidos und Hells Angeles traut Polizeipräsident Thurau nicht: „Trotz dieses Abkommens sehe ich die Gefahr, dass es zu erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen wird.“

Es sind vor allem die Red Devils, die seit einiger Zeit zunehmend in die Region vordringen. Eine wachsende Zahl von Club-Neugründungen sind ein Indiz dafür. Bei der Polizeidirektion Oldenburg laufen in Sachen Rockergruppen die Fäden bei der Zentralen Kriminalinspektion zusammen.

Jede der sieben Polizeiinspektionen in der Region verfügt über einen Rocker-Experten. Vernetzt, so Thurau, sei man aber landes- und bundesweit. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit anderen Behörden und den Landkreisen. Die Polizei, so versichert Präsident Thurau, habe immer ein Auge auf die Gruppen. „Wer meint, sein eigenes Recht schaffen zu wollen, der hat einen erheblichen Gegner – nämlich die Polizei und den Staat“, betont Thurau. Zentral erfasst werden die Namen von Mitgliedern der Clubs, die verboten wurden – für den Fall, dass sie bei einem anderen Club wieder auftreten.

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Norbert Wahn

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