Unsichtbare Bratwürste und Ideen auf der Tischdecke
ÜBERMORGENKONGRESS II Keine Zukunftsvision tabu – Moderatoren helfen mit Kreativ-Methoden
Notizpapier nicht nötig: Bei der Kreativ-Methode World Cafe schreibt man Ideen direkt auf die Tischdecke. BILD: PATRICK BUCK 
Oldenburg - Zwischen Träumereien und konkreten Vorschlägen: In den verschiedenen Arbeitsgruppen beim Übermorgenkongresses war von der unsichtbaren Bratwurst zum Herunterladen bis zum generationsübergreifenden Wohnprojekt keine Idee tabu. Und ein jeder fand einen für ihn interessanten Zukunftsaspekt.
„Wir sind in der Gruppe Wohnen, das passt zu uns, weil wir auch beruflich damit zu tun haben“, erzählt Claus Bolts aus Westerstede. Gemeinsam mit seiner Frau und den zwei Kindern kreiert er in Gedanken die Häuser der Zukunft. Der eine Sohn hat dabei allerdings ein Raumschiff im Sinn, Bolts dagegen denkt an Alten-WGs und Mehrgenerationenhäuser.
Fotogalerie: 500 Teilnehmer beim Übermorgenkongress Oldenburg
Fünf Themenkomplexe sind in der öffentlichen Denkfabrik vorgegeben: Neben Wohnen diskutieren die Teilnehmer über Essen, Einkaufen, Energie sowie Jung und Alt – immer mit dem Blickwinkel Richtung Zukunft. Weitere Gruppen zogen ihren Schwerpunkt selbst aus Vorschlägen wie Kinderbetreuung oder Bildung heraus. Unterstützt werden sie dabei von erfahrenen Moderatoren, alle Experten für Innovationen in Wirtschaft und Wissenschaft.
Ihre Methoden sind es, die die Ideen in den Gruppen nur so sprudeln lassen. So verlegt Gerry Winkler (NewsCab) die Diskussion wegen des schönen Wetters spontan nach draußen. Schließlich könne man im Schein der Sonne am besten über Energie nachdenken. Cindy Beer (Scout24) lädt zum Thema Wohnen ins World Cafe ein. Wie beim Blind Date wechseln Denker hier alle fünf Minuten den Tisch und damit das Thema. Ideen werden sofort auf der Tischdecke niedergeschrieben.
Ein paar Meter weiter wedelt ein mit einem glitzernden Mantel verkleideter Mann mit einem Zauberstab. Dies ist nicht das Kinderprogramm, Thomas Wenzel-Haberstock, Innovationsleiter bei IBM, hilft seiner Gruppe vielmehr mit der Walt-Disney-Methode auf die Sprünge. „Träumen Sie eine neue Vision“, fordert er. Der Träumer, der Macher und der Kritiker kommen bei dieser Art des Nachdenkens abwechselnd zu Wort. Ob die drei sich anschließend auf eine Idee einigen können, ist eine andere Geschichte.
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