1000 Ideen für Stadt-Zukunft
ÜBERMORGENKONGRESS Bürger diskutieren ihre Vorstellungen vom Leben 2020
Auf dem Weg nach Übermorgen: Wigald Boning (links) moderiert den Kongress. Centermanager Lutz Herbst (kleines Bild) präsentiert gezeichnete Zukunftsvorschläge. BILDER: PHILIPP HERRNBERGER 
VON MICHAEL EXNER
Oldenburg - 516 Bürgerinnen und Bürger haben am Sonntag aus dem Famila-Center in Wechloy einen Marktplatz der Zukunft gemacht. Nach mehrstündiger Diskussion präsentierten sie am Ende des Übermorgenkongresses 1060 Vorschläge und Ideen zu einem Oldenburg 2020.
Die Erwartungen waren zur Eröffnung hoch gesteckt. „Wir wollen wissen, was die Bürger wollen von ihrer Zukunft,“ sagte Oldenburgs Erste Stadträtin Silke Meyn, die für neue Methoden und mehr Basisdemokratie plädierte. Famila-Chef Lutz Herbst sprach als Initiator von einer einmaligen Gelegenheit – und Moderator Wigald Boning fand „Brainstorming in so großem Rahmen unheimlich spannend“.
Fotogalerie: 500 Teilnehmer beim Zukunftskongress Oldenburg
Sie wurden nicht enttäuscht. Trotz der (bange Befürchtungen auslösende) intensiven Herbstsonne kamen über 500 zu einem „in dieser Form in Deutschland einmaligen Bürgerkongress“ (Mitorganisator Jörg Rosenbohm).
Was die ehrenamtlichen Zukunftsforscher in mehrstündigen Sitzungen der Themengruppen erarbeiteten, reichte von eher allgemeinen Appellen („Stadt kauft umweltgerecht ein“) bis hin zu sehr konkreten Punkten wie der Öffnung der Bahnhaltepunkte Krusenbusch und Ofenerdiek oder einer Brücke von der Wehdestraße bis zur Holler Landstraße zum Punkt Verkehr.
Beim Thema Wohnen kreiste viel um Mehrgenerationenhäuser, Wohnbörsen und Nachbarschafts-Hilfssysteme. Bei der Energie standen lokale Energiegemeinschaften und dezentrale Energiegewinnung hoch im Kurs, bei Bildung und Arbeit Ganztagsbetreuung, bei der Stadtteilplanung Zentren für Bürgerkommunikation.
Die Ergebnisse des Forums sollen nachhaltig sein. Mehrere Arbeitsgruppen vereinbarten spontan eine längerfristige Zusammenarbeit – und ein „tief beeindruckter“ Famila-Chef Lutz Herbst will dafür die Bünting-Akademie zur Verfügung stellen. Konkret gehen die Vorschläge zunächst in den zweitägigen Fachkongress heute und morgen und später an die Politik. „Wir tragen die Tafeln ins Rathaus“, versprach Herbst.
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