Gemeinschaftssinn hinter den Projekten beeindruckt
INTERVIEW Oberbürgermeister Schwandner erfreut über die Oldenburger Leistungsstärke
Die Bilanz zur Übermorgenstadt ist positiv. Der OB würde das Projekt jederzeit wiederholen.
Von Klaus Fricke
Frage: Herr Schwandner, das Jahr der Wissenschaft" ist fast vorüber. Sind die Oldenburger schlauer geworden in den vergangenen zwölf Monaten? Oder anders gefragt: Was hat das Jahr der Wissenschaft für Oldenburg gebracht?
Schwandner: Über eineinhalb Jahre hunderte Berichte in den Medien. In der NWZ, den lokalen Zeitungen, im landesweiten Hörfunk, im bundesweiten Fernsehen. Zehntausende Besucher in der Stadt, viele, die nicht aus der Region stammen. Wir haben bisher in diesem Jahr ein Plus bei den Übernachtungen von fast 20 Prozent – voraussichtlich über 200 000 Übernachtungen pro Jahr! Ein Spitzenwert. Aber das allerwichtigste: Wir haben nach innen und nach außen gezeigt, wie leistungsstark Oldenburgs Wissenschaft ist. Wir haben deutlich gemacht, dass die Zukunft unserer Stadt an unseren Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen liegt. Und wir Oldenburgerinnen und Oldenburger haben neue starke Netzwerke gebildet. Zahlreiche Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und auch anderen belegen das.
Frage: Ist das Jahr der Wissenschaft aber auch ein Angebot für alle gewesen oder doch eher für Spezialisten?
Schwandner: Der Ansatz war, Wissenschaft und Bürgerinnen und Bürger näher zu bringen. Das hat funktioniert: Tausende waren bei der Chemie-Meile, tausende in der Wissenschaftsgeisterbahn, hunderte bei den Klangkonzerten. Und denken Sie an die Themenvielfalt: Geschichte, Philosophie, Medizin, Niederlandistik, alle Naturwissenschaften und so weiter. Präsentiert in Veranstaltungsreihen, die auf einfaches Verstehen gesetzt haben. Also klare Antwort: Für alle.
Frage: Was hat Sie besonders beeindruckt? Was hätte man besser machen können?
Schwandner: Am stärksten hat mich der Gemeinschaftssinn beeindruckt, der hinter dem Projekt stand. Bedenken Sie, dass wir gewiss an die oder sogar über hundert Partner hatten. Hochschulen, einzelne Institute und Lehrstühle, Verbände, Vereine, Wirtschaftsunternehmen. Viele haben „Stadt der Wissenschaft“ zu „ihrem“ Projekt gemacht. Dafür sind wir dankbar – und das bringt eine Stadt voran.
Frage: Wird das Wissenschaftsjahr für Oldenburg über 2009 hinaus bemerkbar sein?
Schwandner: Ich hoffe, dass in den Köpfen der vielen Menschen die Botschaft von der Wissenschaftsstadt bleibt. Dass die Jüngeren denken: In Oldenburg muss ich studieren. Dass bei wichtigen Entscheidern, die uns wegen „SDW“ besucht haben, die Botschaft angekommen ist: Oldenburg ist ein exzellenter Forschungsstandort. Gemeinsam sollten wir weiter daran arbeiten.
Frage: Würden Sie – mit dem Wissen der vergangenen Monate – noch einmal die Initiative ergreifen, um solch ein riesiges Projekt nach Oldenburg zu holen?
Schwandner: Ohne Wenn und Aber: Immer wieder.
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