Übermorgen heute schon gestern
STADT DER WISSENSCHAFT Verantwortliche ziehen positive Bilanz – Hochschulen profitieren
VON KLAUS FRICKE
Oldenburg - Als „Stadt der Wissenschaft“ ist Oldenburg hartnäckig: „Die Schilder an den Autobahnen sind doch schön auffällig, die bleiben so lange stehen, wie es geht“, lacht Silke Fennemann. „Ewig wird das aber nicht sein.“ Die Geschäftsführerin der Tourismus GmbH weiß ebenso wie alle anderen Beteiligten, dass die Zeit der „Übermorgenstadt Oldenburg“ endgültig abgelaufen ist. Eine Zeit, auf die Oberbürgermeister Gerd Schwandner mit viel Freude auf das „furiose Programm“ zurückblickt: „Es war der Wendepunkt für die Neuausrichtung einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung“, sagte er am Donnerstag. Wichtig sei auch: „Die hierbei geknüpften Netzwerke halten weiter.“
Heidi Ahrens, kommissarische Präsidentin der Universität, und Manfred Weisensee, Vizepräsident der Fachhochschule, nickten. Ihre Hochschulen profitierten stark vom Wissenschaftsmarathon: „Wir haben erfahren, was die Bürger wollen, gerade bei Umwelt- und Meereswissenschaften“, betonte Ahrens, „unsere Verbindung zu den Partnern in der Stadt ist enger geworden.“ Weisensee sagte mit Blick auf das Projekt „Archimedes auf dem Spielplatz“: „Da ist etwas zusammengewachsen, was sonst nur wenige Berührungspunkte hat.“
Für Oldenburg dauerte das Wissenschaftsjahr rund drei Jahre, vom Start, „als wir als junge Wilde aus dem Moor als Außenseiter uns bewarben“ (Schwandner), über den Jubel bei der Vergabezeremonie in Jena bis hin zum quantitativen Höhepunkt der Übermorgenstadt, als im September unglaubliche 116 Veranstaltungen auf die Oldenburger niederprasselten.
Nicht nur für Projektleiter Rainer Lisowski steht fest: Nach der Übermorgenstadt ist vor der Übermorgenstadt! Zeichen dafür wird das Schlaue Haus am Schlossplatz sein, das das Jahr 2009 im Saale auf Dauer fortführen soll. Ahrens: „Uni, Fachhochschule und Offis als Träger des Schlauen Hauses warten jeden Tag auf die Baugenehmigung.“ Denn „die belebende Dynamik“ (Weisensee) der vergangenen zwölf Monate soll nicht verloren gehen im Oldenburg der Gegenwart.
Spezial zur Übermorgenstadt: www.NWZonline.de/stadtderwissenschaft
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