Anschlag:
Verdacht auf Gift bestätigt sich

Mitarbeiter von Steinfelder Firma weiter stationär in Krankenhäusern

Bei der Substanz auf den Brötchen handelt es sich um ein Mittel zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen. Das haben Toxikologen der Berliner Charité nachgewiesen.

Steinfeld Der von Anfang an im Raum stehende Verdacht hat sich bestätigt. Bei den rötlichen Körnern auf belegten Brötchen, die 25 Mitarbeiter der kunststoffverarbeitenden Firma Müller Technik in Steinfeld am Dienstagvormittag gegessen haben (die NWZ  berichtete), handelt es sich um ein Gift, das zur Bekämpfung von Mäusen oder Ratten zum Einsatz kommt.

Verdacht auf giftige Substanz in Brötchen

Das haben toxikologische Untersuchungen durch Experten eines Fachinstitutes der Berliner Charité, wohin die Reste der Brötchen per Hubschrauber geflogen worden waren, in der Nacht zu Mittwoch, 17. April, ergeben.

Die Menge und Konzentration des Giftstoffes stehe allerdings bislang noch nicht fest, so Frank Soika, Sprecher der Polizeiinspektion (PI) Cloppenburg/Vechta. Angaben, um welchen Stoff genau es sich handelt, wollte er allerdings nicht machen.

Experten ermitteln

Derzeit bearbeiten rund 20 Beamte der Polizeiinspektion (PI) Cloppenburg/Vechta den in der heimischen Region einzigartigen Fall. Federführend ist das I. Fachkommissariat. Darüber hinaus hat sich die Staatsanwaltschaft Oldenburg eingeschaltet.

„Ermittelt wird“, so Soika weiter, „wegen gefährlicher Körperverletzung“. Es gilt, die Herkunft der Brötchen zu klären, die bislang Unbekannte in zwei Kunststoffkisten vor dem Firmengebäude abgestellt hatten. Konkrete Hinweise gebe es noch nicht, hieß es am Nachmittag. Dagegen machen zahlreiche Spekulationen die Runde.

Überprüft wird unter anderem auch der den Brötchen beigelegte Zettel, dessen Absender die Firmenangehörigen zum Verzehr aufgefordert hatte. Details zu dem Schreiben und seinem Inhalt nannte Soika „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht.

Derzeit stehen laut Polizei 25 Personen, die am Dienstagabend zur Beobachtung in den Krankenhäusern Damme, Diepholz, Lohne und Vechta aufgenommen worden waren, unter intensivmedizinischer Beobachtung. Diese Maßnahme wird gemäß einer Anordnung der leitenden Ärztin auf 72 Stunden ausgedehnt. Anschließend folgt „eine engmaschige Überwachung“. Aktuell soll es den Patienten, einige hatten über einen ungewöhnlichen Geschmack geklagt, den Umständen entsprechend gut gehen. Niemand zeige akute Symptome, hieß es gegen Abend. Eine Person wurde bereits entlassen.

Da die den Brötchen zugesetzte Substanz bekannt ist, können gezielte medizinische Gegenmaßnahmen getroffen werden. Fest steht, dass die Konzentration des Giftes nicht tödlich ist.

Nachweis des Verzehrs

Beginnend am Mittwochvormittag haben Ermittlerteams die von dem Giftanschlag Betroffenen aufgesucht. Die Beamten hatten den Auftrag festzustellen, wie viel und wann die Arbeiter von den vergifteten Brötchen gegessen haben. Befragt wird auch der Rest der 250-köpfigen Firmenbelegschaft.


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Christoph Floren

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