VECHTA, 11. August 2011


Marktmeister als „Überzeugungstäter“

Menschen Letzter „aktiver“ Stoppelmarkt für Meyer – 32 Dienstjahre nicht nur auf der „Westerheide“


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Marktmeister Manfred Meyer und sein Plan: Auf der „Westerheide“ hat er jeden Quadratmeter vermessen. BILD: Floren  Bild vergrößern

Noch geben oft „kurzfristige Entscheidungen“ den Takt vor. Außer Diensten soll der Termindruck wegfallen.

von Christoph Floren

Vechta - Egal ob Frühjahrs-, Stoppel-, Thomas- oder Weihnachtsmarkt, Kirmes Langförden und der aus Bonn nach Berlin umgezogene „kleine Stoppelmarkt“: Seit 1979 hat er keinen der Vechtaer Märkte und keine Marktausschusssitzung verpasst. Darauf ist Marktmeister Manfred „Manni“ Meyer stolz. Zahllose Veranstaltungen, unter denen der Stoppelmarkt seit der Übernahme des Postens von seinem Vorgänger Max Meurer stets etwas Besonderes darstellt, haben den Terminkalender des 61-Jährigen bestimmt. Das soll sich sich im Frühjahr 2012 ändern. Dann geht Meyer in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Dann will der leidenschaftliche Camper auch ’mal „einfach losfahren“, wenn ihm der Sinn danach steht. Bisher musste er jede Tour mit dem Veranstaltungskalender der Stadt abstimmen. Spontan war da kaum etwas möglich.


Der Plan muss stimmen
Derzeit ist der bekennende Stoppelmarkt-Fan Meyer aber vor allem Marktmeister, der oft „kurzfristige Entscheidungen“ treffen muss. Sein Büro im Amtmannsbult „schmücken“ großformatige Pläne. Darauf ist jeder Standplatz der etwa 500 Schausteller auf der „Westerheide“ exakt eingezeichnet. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Großfahrgeschäft oder eine Hamburger-Bude handelt. Um bei Fragen zügig an Ort und Stelle sein zu können, benutzt Meyer auf der „Westerheide“ ein Dienstfahrrad. 6,3 Kilometer Frontmeter der Geschäfte lassen sich zu Fuß nicht bewältigen. Pro Markt fallen etwa 100 Kilometer „Dienstfahrten“ an.

Die Schausteller sind für den Marktmeister Geschäftspartner. Dabei gilt eine Maxime: „Man kann über alles reden, aber es muss immer klar bleiben, wer der Chef im Ring ist“, so Meyer. Doch Beruf und Privates lassen sich manchmal nicht trennen. „Zu einer ganzen Reihe der Beschicker haben sich über die Jahre Freundschaften entwickelt. Die bleiben auch nach dem Ausscheiden aus dem Dienst“, freut er sich schon vorab.

Einige Erlebnisse vergisst Meyer nicht. Dazu gehört die Begegnung mit einem portugiesischen Porträtmaler, der, um Geld zu sparen, nachts in seinem auf dem Pferdemarkt geparkten Auto schlief. Dabei hatte er vergessen, dass dort montags schon frühmorgens Hochbetrieb herrscht.

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Menschen und Ereignisse
Von verdächtigem Lärm aus dem Schlaf gerissen, befürchtete der Maler einen Überfall, schwang sich hinters Steuer und flüchtete mit seinem Wagen über das für Pkw verbotene Gelände zum Amtmannsbult. Als er dort eintraf, erblickte er im Rückspiegel ein weiteres Auto: die Polizei. Die klärte das Missverständnis auf. Den Führerschein des Mannes behielten die Beamten allerdings gleich ein.






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