Vechta: Beginn einer neuen Stoppelmarkt-Ära
Volksfeste Grünen-Bundestagsfraktionschef Trittin hält Montags-Festrede
„Dankeschön!“ Bürgermeister Uwe Bartels (links) überreichte Jürgen Trittin (rechts) ein Gastgeschenk, bestehend aus regionalen und überregionalen Produkten. BILD: Christoph Floren 
von Christoph Floren
Vechta - Jürgen Trittin traut sich was. Im schwarzen Vechta ergriff der Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktionschef am Stoppelmarktmontag, 15. August, nicht nur als Festredner beim Empfang der Stadt das Wort. Bei einem Marktrundgang bestieg er mit Vechtas Bürgermeister Uwe Bartels (Pro Vechta) auch die Raupenbahn „Musikexpress“. Dem Vernehmen nach nutzte der Karussellbetreiber die Gelegenheit und legte eigens für die Promi-Runde einen Zahn zu. Zuvor standen, und das ist eine Tradition, der sich noch kein Ehrengast verschlossen hat, ein Bummel über den Vieh- und Pferdemarkt sowie ein Frühstück bei „Schmedes“ auf dem Programm.
Im Festzelt „Kühling’s Niedersachsenhalle“ erwarteten mehr als 1000 geladene Gäste der Stadt Vechta den in Berlin-Pankow lebenden Politprofi mit Wahlkreis in Niedersachsen. Manch einer im Publikum erwartet ein Spektakel. Bei seiner Begrüßung ruderte Rathauschef Uwe Bartels, der den Stoppelmarkt zur Eröffnung noch als schönstes Volksfest Europas bezeichnet hatte, etwas zurück und beschränkte sich auf das Prädikat „schönstes Volksfest Deutschlands“. Dem schrieb er nicht zuletzt durch das immer wieder hoch ausschlagende Stimmungsbarometer einen hohen Stabilitätsfaktor zu. Überdies habe der Stoppelmarkt gerade im Jahr seiner 713. Wiederkehr durch den kleinen Ableger in der Bundeshauptstadt erneut seine Werbewirksamkeit für Vechta unter Beweis gestellt.
Trittin wertete seine Einladung ins Oldenburger Münsterland unter anderem als ein „Stück Dankeschön an die Grünen“. Der Grund liege auf der Hand: „Die Leute wissen schon, dass es die Grünen sind, die unser Land heimlich regieren.“ Daher habe „sein Vechtaer Ratsherr Jürgen Hillen auch genug Beitrittserklärungen mitgebracht“. Wer also mitmachen wolle, brauche nur einen Abbuchungsauftrag zu unterschreiben. Überdies verwies der Gast mit einem Blick auf die Trinkgewohnheiten beim Stoppelmarkt darauf, dass der Stoppelhopser „keine illegale Droge“ sei: „Der dröhnt ganz anders“. Im zweiten Teil seiner Rede holte Trittin, mit dem erstmals in der langen Reihe der Stoppelmarkt-Festredner „ein Grüner“ bei dieser Gelegenheit sprach, in gewohnt deutlicher Manier zum Rundschlag auf die große Politik aus. Das ihm neben reichlich Beifall durchaus auch einige Pfiffe ein.
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Abweichend vom Protokoll traten vor dem Servieren der traditionellen Fitzebohnensuppe Vechtas Erster Stadtrat Josef Kleier und CDU-Ratsfraktionschef Claus Dalinghaus zu einer Hommage an Uwe Bartels’ nahezu 40-jähriges Engagement für Vechta und den Stoppelmarkt ans Mikrofon. Dazu übergaben sie die Reproduktion eines Stoppelmarktplakats von 1975. Einen musikalischen Dank präsentierte das Duo „Buddy & Soul“ mit dem auf der Melodie des Beatles-Welterfolges „Penny Lane“ (1967) basierenden Lied „Stoppelmarkt, hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“
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