„Andrea“ hinterlässt Spur der Verwüstung
Orkan Feuerwehren im Landkreis im Dauereinsatz – Ungestürzter Baum behindert Nordwest-Bahn
Viele Bäume im Landkreis entwurzelt: Bei Düngstrup hinderte ein umgeknickter Baum einen Zug der Nordwest-Bahn an der Weiterfahrt (Bild links). Die Feuerwehr Huntlosen beseitigte unter anderem Bäume in Hosüne (Bild rechts unten). Mit dem Schrecken davon kam NWZ -Leser Hagen Deepe. Er entdeckte etwa gegen 14 Uhr auf der Reckumer Straße vor Heitzhausen einen Baum auf der Fahrbahn (Bild rechts oben). Staunte über den hohen Wasserstand der Hunte am Wildeshauser Seniorenweg: Anwohner Heiko Seemann BILDer: BILD: Olaf Blume/Klaus Derke/NWZ-Handyscout Hagen DeepeOlaf Blume 
von Ascan Dieffenbach
Landkreis - Der Orkan „Andrea“ hat im Landkreis eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Zahlreiche Bäume sind auf Dächer, Straßen und Schienen gekippt. Rund 25 Feuerwehren aus dem gesamten Kreis sind insgesamt rund 70-mal im Einsatz gewesen. Die Aufräumarbeiten dauerten den gesamten Donnerstagabend an.
In Tungeln (Gemeinde Wardenburg) stürzte eine große Tanne auf ein altes Haus. In Düngstrup wurde das Hochregal einer Zimmerei zerstört; wenige 100 Meter weiter fiel ein Baum auf die Schienen. Ein Zug der Nordwest-Bahn wurde an der Weiterfahrt gehindert. In Wildeshausen drohten Dachteile vom maroden Hallenbad zu stürzen.
Großes Glück hatte nach Angaben der Feuerwehr der Fahrer eines Kleintransporters. Er hielt in Huntlosen-Hosüne vor einem auf die Straße gestürzten Baum, als ein weiterer Baum auf seinen Wagen fiel. Der Mann blieb laut Feuerwehr unverletzt. Die Huntloser Ortswehr beseitigte die vom Sturm umgerissenen und gefährdeten Bäume. In Hengstlage wurde ein Baum auf ein Haus gedrückt. Zu Schaden kam zum Glück niemand. Die Feuerwehr Sage sicherte die Unglücksstelle. An der Bisseler Straße fiel ein Baum auf die Telefonleitung. Die Feuerwehren Großenkneten, Sage und Huntlosen beseitigen weitere Bäume und Äste. Auch der Bauhof der Gemeinde war im Einsatz. Insgesamt verlief der Nachmittag in Großenkneten glimpflich.
In der Gemeinde Dötlingen war insbesondere die Ortswehr Dötlingen gefordert. Sie musste gleich acht Bäume beseitigen. An der Straße „Auf dem Böge“ wurde ebenfalls eine Telefonleitung zerstört.
Bis in die Abendstunden gab es nach Angaben von Wolfgang Gerwald von der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land keine Verletzten im Kreisgebiet. Allerdings sorgte der Dauerregen der vergangenen Tage für Überschwemmungen.
Hoher Hunte-Pegel
In Wildeshausen stand das Wasser bereits am Donnerstagvormittag drei Meter über dem normalen Pegel. Am Pegel Colnrade, dem offiziellen Hochwasser-Messpegel des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), kletterte der Wasserstand der Hunte stetig. Grund genug, die erste Alarmstufe ausgerufen. Für Probleme sorgte der hohe Wasserstand im Wasserkraftwerk Wildeshausen. Die erste Turbine musste am Donnerstagvormittag abgeschaltet werden, die zweite folge nachmittags. „Für die Funktionsfähigkeit sind die Wassermenge und das Gefälle entscheidend“, sagte Betreiberin Christine Rebentisch. Durch das hohe Wasser stimme das Gefälle aber nicht mehr. Sollte es weiterregnen, müssten die Umfluter an der Katenbäke nahe des Marschweges aufgekurbelt werden – in Handarbeit. Zwei Stunden würde dieser Einsatz dauern und die angrenzenden Wiesen überfluten. „Sollte es dazu kommen, bitten wir schon jetzt um Verständnis“, sagt Christine Rebentisch. Die Tore müssen dann in jedem Fall für einige Zeit geöffnet bleiben.
Ob sich die Lage weiter verschärft, hängt vom Regen ab, sagte NLWKN-Pressesprecherin Herma Heyken. „Die gesättigten Böden können keine Niederschläge mehr aufnehmen“, sagte sie. Weiterer Regen werde daher nicht im Boden versickern, sondern an der Oberfläche abfließen und so in die Flüsse gelangen.
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