IM NORDWESTEN, 6. Januar 2012


Nach Dauereinsätzen am Donnerstag flaut Sturm "Andrea" ab

Wetter Umgestürzte Bäume größtes Problem – Emssperrwerk nicht geschlossen


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In Elisabethfehn im Kreis Cloppenburg wurde ein Baum entwurzelt und fiel auf das Dach eines Hauses, in dem sich zu diesem Zeitpunkt aber niemand befand. BILD: Hans Passmann  Bild vergrößern

Einer der schwersten Zwischenfälle ereignete sich im Emsland. Dort drückte eine Windböe ein Auto gegen einen Baum. Die Fahrerin wurde schwer verletzt.

von Unseren Lokalredaktionen

Im Nordwesten - Sturmtief Andrea hat den Rettungskräften im Nordwesten mit heftigen Sturmböen und kräftigen Niederschlägen Einsätze im Minutentakt beschert. Vor allem umgestürzte Bäume sorgten für Dauereinsätze. So fiel in Bremen ein zwanzig Meter hoher Baum auf die Straßenbahn der Linie 6. Zehn Menschen mussten von der Feuerwehr aus der Bahn befreit werden. Ebenfalls in Bremen stürzte ein Baum auf ein Taxi und verletzte den Fahrer.

In der Nacht zu Freitag ist Orkan „Andrea“ die Puste ausgegangen. Die für die Nacht angekündigte Sturmflut ist entsprechend glimpflich verlaufen. Sowohl Hamburg und Bremen als auch die Nord- und Ostseeküste blieben von großen Wassermassen verschont, wie Polizei und Feuerwehren mitteilten. Die Fähren der Reederei Frisia nach Norderney und Juist konnten nach einer Unterbrechung am frühen Freitagmorgen wieder planmäßig übersetzen, sagte ein Sprecher der Reederei.

Die Feuerwehr in Oldenburg musste bis zum Abend 47 Mal ausrücken. In der Hauptsache kümmerten sich die gut 100 Feuerwehrleute um umgestürzte Bäume. Im Stadtteil Eversten fiel ein Baum auf ein Wohnmobil. Auf der Huntebrücke der A 28 kippte der Anhänger eines Lastwagens um. Verletzt wurde niemand. Während der Bergung kam es zu einem drei Kilometer langen Stau.



Ab 14 Uhr waren die Feuerwehrmänner in Wardenburg (Kreis Oldenburg) dauerhaft im Einsatz. Sturmtief „Andrea“ entwurzelte Bäume in Tungeln und Hundsmühlen. In Hundsmühlen hatte der Baum sich hinter dem tonnenschweren Schornstein verhakt. Er drohte abzustürzen. Eine Drehleiter von der Berufsfeuerwehr aus Oldenburg musste angefordert werden, da die aus Ganderkesee in Tungeln im Einsatz war. Bei Düngstrup lag ein Baum auf den Schienen und stoppte die Nordwest-Bahn. Der Fahrer eines Kleintransporters hielt in Huntlosen vor einem umgefallenen Baum. Kurz darauf fiel ein weiterer Baum auf seinen Wagen. Er hatte Glück und blieb unverletzt. Insgesamt mussten rund 25 Feuerwehren aus dem Landkreis rund 70 Mal ausrücken.

Im Wangerland (Kreis Friesland) war die Kreisstraße 87 zwischen Minsen und Schillig auf einer Strecke von gut 100 Metern komplett überflutet. Die Feuerwehr rückte aus, um das Wasser abzupumpen. Wegen des Hochwassers und des starken Sturms hat die Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge am Donnerstag beide Fährverbindungen ab Harlesiel Richtung Wangerooge gestrichen. Ab Wangerooge fuhr die Vormittagsfähre, die Nachmittagsverbindung fiel aus. Die Einsatzleitstelle der Feuerwehr musste in Friesland und Wilhelmshaven 80 Einsätze koordinieren.

Der Schlossplatz in Jever wurde zeitweise gesperrt: Zwei große Fahnenmasten drohten umzuknicken.

Ein Flachdach aus Leichtmetall musste die Feuerwehr in Westerstede (Kreis Ammerland) sichern. Äste beschädigten ein Blaulicht und die Windschutzscheibe eines Rettungswagens, der in Kayhausen unterwegs war. Sichern musste die Einheit Edewecht die Kokerwindmühle an der Edewechter Hauptstraße.

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Der schwerste Zwischenfall ereignete sich im Emsland: Dort drückte eine Windböe in Georgsdorf ein Auto gegen einen Baum – die 23 Jahre alte Fahrerin zog sich dabei nach Polizeiangaben schwerste Verletzungen zu.

Nicht geschlossen werden musste am Abend das Emssperrwerk bei Gandersum, da die Wasserstände wider Erwarten weniger als zwei Meter höher aufliefen als Normal. Gesperrt war zeitweilig die Schleuse zur Haupteinfahrt in den Wilhelmshavener Hafen. Grund: Ein Stromverteiler warlahm gelegt.




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