Wildeshausen: Hunte verwandelt sich in Seenlandschaft
Wetter Umfluter bereits aufgekurbelt – 18 Einsätze für Wildeshauser Wehr wegen Orkan „Andrea“
Unter Wasser: Der Blick aus Richtung Dötlingen auf die Hunte. Rechts: die Wiekau, hinten rechts: die Stadt Wildeshausen. Binnen weniger Tage ist die Hunte weit über die Ufer getreten. BILD: Jochen Klein/OL-Luftbilder.de 
von Ascan Dieffenbach
Wildeshausen - Die Stauklappen sind offen: Noch am Donnerstagabend musste Christine Rebentisch, Betreiberin des Wasserkraftwerkes Wildeshausen, den Druck von der Hunte nehmen und das Wasser auf Höhe des Marschweges umleiten.
Zwei Stunden Kurbeln am Abschlagbauwerk auf den Wiesen bedeutete das für sie. Die Öffnung war ihren Angaben zufolge nötig, da das Wehr in der Stadt nicht die Kapazität hat, die Wassermassen auszuhalten. Der Wasserspiegel lag zu hoch. Nun werden die Massen umgeleitet und fließen bei der Straße „Im Hagen“ wieder in die Hunte. „Früher mussten wir alle zwei, drei Jahre öffnen“, sagt sie. Mittlerweile komme dies regelmäßiger vor. Zuletzt am 4. Januar 2010. Am Freitagabend zeigten die Pegel in Wildeshausen und Colnrade wieder sinkende Tendenz.
Bereits am Donnerstagabend wurde die Arbeit für die Feuerwehren im Landkreis weniger. Sie eilten zuvor wegen des Sturmtiefs „Andrea“ von Einsatz zu Einsatz. Allein die Wildeshauser Feuerwehr berichtet von 18 Einsatzorten: An der Straße „Am Spascher Sand“ war etwa ein Baum auf ein Nachbarhaus gestürzt, eine große Birke blockierte die Gasförderanlage in Heinefelde. Die Feuerwehr beseitigte das Hindernis, und ein Landwirt mit einem Radlader räumte dann das Bruchholz beiseite. An der Ahlhorner Straße warf der Sturm eine Werbetafel um, die einen Pkw beschädigte.
Im Einsatz war aber nicht nur die Feuerwehr: Auch Polizei, Technisches Hilfswerk, Bauhöfe und Straßenmeistereien halfen bei der Bewältigung der Sturmschäden. „Eine Einschätzung zur Gesamthöhe des entstandenen Sachschadens kann noch nicht vorgenommen werden“, sagte Carsten Grallert von der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land. Nach Auskunft der Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) blieben die Feuerwehren im Landkreis von weiteren Sturmeinsätzen am Freitag verschont.
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