Polnische Gianna Nannini zu Gast
Austausch Swiebodziner Schüler singen mit Gastgebern – Bürgermeister empfängt Delegation
Lehrer Norbert Rehring gibt den Ton an: Schüler aus Swiebodzin und Friesoythe musizieren gemeinsam. BILD: Thomas Bücher 
von Thomas Bücher
Friesoythe - „Ich glaube, die deutsche Jugend war davon überrascht, was ihre polnischen Gäste so viel können.“ Marzena Celejewska lächelt. Die junge Frau ist Lehrerin in Swiebodzin. Und gerade mit 14 Schülerinnen und einem Schüler in der Partnerstadt Friesoythe. In Englisch und im Gesang zeigten sich die Gäste fitter.
Im Gesang? Tatsächlich. Nicht zuletzt wegen des regnerischen Wetters haben sich die Jugendlichen zum Musizieren zusammengefunden. Der stellvertretende Schulleiter Wilhelm Wewer: „Wir freuen uns, so kreative Gäste zu haben.“ Eine von ihnen sticht besonders heraus: Beata Wysocka. Die 15-Jährige ist in ihrer Heimat schon ein kleiner Star. Bei der Namensgebung der Schule – das Gymnasium wurde nach dem polnischen Musiker Czeslaw Niemen benannt – sang Beata Lieder des Musikers.
Polnische Solisten singen
Und so kommt es, dass die Schüler gemeinsam mit der Schülerband proben. Lehrer Norbert Rehring greift in die Tasten, es ertönt die Melodie von „Fireflies“ der Band Owl City. Die Schulband spielt Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard. Norbert Rehring gegenüber haben drei Solistinnen und zwei Background-Sänger-Grüppchen Position bezogen. Die Solistinnen sind ausnahmslos Polinnen: Neben Beata singen Maria Bun und Aleksandra Skurzynska. Nachdem der letzte Takt ausgeklungen ist, bekommen die Schüler Beifall von den betreuenden Lehrern Edyta Mech, Marzena Celejewska, Rita Kühn und Wilhelm Wewer. Norbert Rehring: „Ich habe gehört, dass unsere Gäste gut singen können. Ich habe das Stück zusammengestellt und festgestellt: Die können wirklich gut singen.“
Die Friesoyther Schüler haben bei den Gästen auch Eindruck hinterlassen. Beata Wysocka: „Unsere Gastgeber erklären uns alles und kümmern sich toll um uns.“
Doch auch Beata beeindruckt: Die 15-Jährige sei eine „Gianna Nannini“ (Wilhelm Wewer). Und tatsächlich hat die Schülerin in ihrer Heimat bereits einen Bekanntheitsgrad erreicht. Den Ausgangspunkt hatte das ganze bei einem Chemie-Referat. Die 15-Jährige sollte ein Referat halten. Weil sie so gerne singt, fragte sie ihren Lehrer, ob sie das Referat wohl auch singen dürfe. Der Lehrer – er nahm diese Frage wohl nicht ganz ernst – bejahte. Bis morgens um 5 Uhr bastelte die Schülerin am Text. Zu einer bekannten Melodie sang sie ihr Referat. Dafür bekam sie nicht nur eine „1“, sondern gleich auch eine Einladung ins Studio. Sie nahm den Song auf und zwei Lieder von Czeslaw Niemen . . .
Dritter Austausch endet nun
An diesem Dienstag geht der Austausch zu Ende. Die Schüler haben nicht nur gemeinsam am Unterricht teilgenommen, sondern auch einiges unternommen. Sie waren im Tierpark in Thüle, haben gemeinsam Lampen gebastelt und ein Völkerballturnier veranstaltet.
Dieses ist der dritte Schüleraustausch. Zweimal waren polnische Schüler an der Altenoyther Heinrich-von-Oytha-Schule zu Gast, einmal die deutschen in Polen. Gefördert wird der Austausch vom Deutsch-polnischen Jugendwerk.
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