ALTENOYTHE, 22. September 2011


„Partnerschaft mit Leben füllen“

Austausch Gäste aus Polen wünschen mehr Kontakte – Vereine stärker einbinden


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Leben die Partnerschaft: Marzena Celejewska (links) und Edyta Mech. BILD: BILD: Heinz-Josef Laingdpa  Bild vergrößern

Die Besuche der Bürgermeister reichten nicht aus, meinen die Lehrerinnen, die jetzt mit Schülern Friesoythe besuchten. Sie laden die Friesoyther nach Swiebodzin ein.

von Heinz-Josef Laing

Altenoythe - „Kommt nach Polen und besucht uns in Swiebodzin“. Marzena Celejewska (34) ist Deutschlehrerin am „Czeslawa Niemena Gimnazjum“ in Friesoythes polnischer Partnerstadt. 2005 haben die beiden Kommunen diese Städtepartnerschaft feierlich besiegelt. Mit ihrer Einladung an die Friesoyther möchte Marzena Celejewska die Partnerschaft beleben, die sich bislang größtenteils auf den Schüleraustausch mit der Heinrich-von-Oytha-Hauptschule in Altenoythe und einige wenige Vereine beschränkt.


„Gar nicht bekannt“
Es reiche eben nicht aus, wenn sich die Bürgermeister von Friesoythe und Swiebodzin einmal im Jahr besuchten. Marzena Celejewska: „Bei den Gesprächen der Bürgermeister ist bisher nichts Konkretes herausgekommen. Diese Treffen werden bei uns in der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Den meisten Menschen ist die Partnerschaft mit Friesoythe gar nicht bekannt. Da ist bislang viel zu wenig geschehen. Es sollte mehr passieren und die Bevölkerung sehr viel stärker einbezogen werden“. Das gelte übrigens auch für Friesoythe.

Marzena Celejewska bedauert, dass ihre Heimatstadt auch die weiteren Städtepartnerschaften mit Herzberg (Sachsen) und Neuenhagen (Brandenburg) bisher nicht ausgebaut hat. Während Friesoythe mit dem Stadtmarketing und Ludger Bickschlag einen Ansprechpartner für die Städtepartnerschaft biete, fehle leider eine solche Anlaufstelle in Swiebodzin.

Die Städtepartnerschaft dürfe sich nicht auf die Besuche der offiziellen Vertreter der Kommunen beschränken, sondern müsse sehr viel mehr Vereine, Gruppen und Institutionen in Friesoythe und Swiebodzin einbeziehen, meint die Deutschlehrerin, die von ihrer Kollegin Edyta Mech (32) in ihrer Einschätzung unterstützt wird. Beide Lehrerinnen haben gerade mit 14 Schülerinnen und Schülern Friesoythe und ihre Partnerschule in Altenoythe (die NWZ  berichtete) besucht.



Marzena Celejewska unterbreitet eine Reihe von Vorschlägen, die einer Intensivierung der Partnerschaft dienen könnten. So sei aus Swiebodzin wiederholt der Wunsch geäußert worden, engere Kontakte mit der Handballspielgemeinschaft Friesoythe zu knüpfen. Handball sei in Swiebodzin sehr populär. Leider habe bisher kein Austausch geklappt.


Hoffnungsvolle Kontakte
Allerdings habe es am vergangenen Wochenende auf dem Eisenfest in Friesoythe mehrere Gespräche gegeben, die Anlass zur Hoffnung geben könnten. So planten die Freiwilligen Feuerwehren aus Friesoythe und Swiebodzin einen Austausch und möglicherweise die Gründung eines Freundschaftsvereins. Auch ein Treffen von Schmieden aus der Eisenstadt Friesoythe und Polen sei geplant, berichtet Edyta Mech. Den Friesoythern biete sich im Juni stets eine gute Gelegenheit, ihre Partnerstadt kennen zu lernen. Dann findet in Swiebodzin das jährliche Stadtfest statt.

Lobend erwähnen die beiden Lehrerinnen, dass sich bereits Chöre aus beiden Städten getroffen hätten. So sei im vergangenen Juni der Friesoyther Kirchenchor zu Gast in Swiebodzin gewesen. Positiv verlaufe seit beginn der Städtepartnerschaft auch der Austausch der beiden Schulen. Marzena Celejewska: „Es ist prima, dass die Familien der Schüler diesen Austausch mit Leben füllen und mittragen“. Schüler und Lehrer würden ihre Kontakte auch außerhalb der offiziellen Besuche pflegen. Marzena Celejewska: „Da gibt es zahlreiche private Verbindungen mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen“.

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