Ornithologie:
Sperbereule entzückt Fachleute

In Deutschland äußerst seltener Gast residiert derzeit in Gristede

Ganze Pulks von Profi-Naturfotografen und Hobby-Ornithologen durchstreifen in diesen Tagen den Ort. Nur etwa zehn Nachweise dieses Vogels hat es in den vergangenen 30 Jahren in Deutschland gegeben.

Gristede Das großäugige Objekt fotografischer Begierde sitzt am Montagabend hoch oben in einer Eiche an der Gristeder Schulstraße. Der Pulk von Naturfotografen und Hobby-Ornithologen unten auf dem Gehsteig hat Kameras mit teils mächtigen Objektiven im Anschlag und feuert drauflos, was das Zeug hält. „Das ist auch für uns ein echtes Highlight“, sagt etwa der selbstständig tätige Ornithologe Stefan Pfützke aus Bremen. Seine Begeisterung gilt der Sperbereule, die seit gut einer Woche in Gristede residiert – eine Vogelart, die in Deutschland nur sehr selten gesichtet wird.

Seltene Eule in Gristede gesichtet

Normalerweise lebt die Sperbereule in den borealen Wäldern der Nordhalbkugel, weiß Pfützke – und zwar rund um den Globus. Er geht von gerade mal zehn Nachweisen des Vogels in Deutsachland in den vergangenen 30 Jahren aus. Entsprechend groß ist das Interesse an der Gristeder Sichtung deutschlandweit. An diesem Tag sind auch Beobachter aus Ostfriesland, Hamburg, Uelzen, den Niederlanden – und eben Bremen in Gristede unterwegs, um das seltene Ereignis hautnah zu erleben.

Erstmals war der Vogel in der vergangenen Woche in einem Garten am Wachtelweg gesehen worden, weiß Pfützke. Die Einwohnerin dort machte ein Foto und schickte es einem Fachmann der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg. „Danach war die Nachricht schnell rum“, weiß Pfützke. Seit Sonntag sind Bilder des seltenen Gristeder Gastes, der – wenn überhaupt – lediglich im Winter so weit südlich anzutreffen ist, im Internet zu finden, etwa beim Club300 Deutschland, einer Vereinigung passionierter Vogelbeobachter, bei der auch Pfützke Mitglied ist. Der Ornithologe hofft, dass die Einwohner sich durch die vogelbegeisterten Besucher nicht zu sehr gestört fühlen. „Falls doch, dann sollten sie die Besucher einfach ansprechen“, macht der Bremer deutlich, dass die Gäste bestrebt sind, so wenig wie möglich zu stören.

Wie lange die Sperbereule nun noch in Gristede bleibt, ist offen. Am Dienstag jedenfalls war der Vogel noch da, weiß Pfützke.


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13.11.2013
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