ROM, 1. Februar 2012


Suche im „Concordia“-Wrack eingestellt

Seekatastrophe Gefahr für Taucher zu groß – Sechstes deutsches Opfer identifiziert


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In diesen Felsen bohrte sich die „Costa Concordia“ vor der toskanischen Insel Giglio.  Bild vergrößern

dpa

Rom - Fast drei Wochen nach der Schiffskatastrophe vor der Insel Giglio haben die italienischen Rettungskräfte am Dienstag die Suche nach Vermissten am Wrack der „Costa Concordia“ offiziell eingestellt. Grund dafür sei die Gefahr für die Taucher, die an dem halb untergegangenen Kreuzfahrtschiff arbeiteten, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA. Den Verwandten der noch vermissten Opfer und den betroffenen Botschaften sei diese Entscheidung bereits mitgeteilt worden, hieß es.

Das Kreuzfahrtschiff mit etwa 4200 Menschen an Bord war am 13. Januar vor der toskanischen Küste auf einen Felsen gelaufen und gekentert. 17 Opfer der Schiffskatastrophe sind bisher geborgen worden, darunter sechs Deutsche. Bei dem sechsten deutschen Todesopfer handelt es sich um eine Frau aus Baden-Württemberg. Die 66-Jährige aus Achstetten sei identifiziert worden, sagte ein Polizeisprecher in Biberach am Dienstag. Insgesamt 15 Passagiere und Crewmitglieder werden nach Angaben der Präfektur im toskanischen Grosseto noch vermisst. Darunter sind weitere sechs deutsche Passagiere.

Taucher hatten zunächst geplant, die gefährliche Suche nach Opfern in dem gekenterten Kreuzfahrtschiff am Dienstag wieder aufzunehmen, wurden aber von schlechten Wetterbedingungen daran gehindert. Die Bergungsarbeiten waren bereits am Sonntag unterbrochen worden, weil sich das Kreuzfahrtschiff etwas stärker bewegt hatte und höherer Wellengang herrschte.

Unklar ist noch immer, wann mit dem Abpumpen des Treibstoffs – hauptsächlich Schweröl – aus den Tanks der „Costa Concordia“ begonnen werden kann. Ursprünglich hatten die Arbeiten am Sonnabend starten sollen.

Für Aufregung sorgen auf der Urlaubsinsel Giglio die Einschätzungen des Krisenstabsleiters Franco Gabrielli, das Schiff könne möglicherweise noch bis zu einem Jahr vor Giglio liegen. Nach der Sicherung des Wracks und den Vorbereitungen des Abtransports dürfte es sieben bis zehn Monate dauern, bis die „Costa Concordia“ geborgen sei.

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