MARL, 2. Februar 2012


19 deutsche Passagiere zeigen Costa-Kapitän an

Seekatastrophe Staatsanwaltschaft Bochum prüft Fall


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Kapitän Francesco Schettino (rechts) bei seiner Festnahme am 14. Januar, einen Tag nach dem Unglück BILD: dpa  Bild vergrößern

Ein Anwalt aus Marl vertritt die Urlauber. Manche litten unter trauma­tischen Störungen, teilte der Jurist mit.

von Unseren Agenturen

Marl - Knapp drei Wochen nach der Havarie der „Costa Concordia“ vor der italienischen Küste haben 19 deutsche Opfer Strafanzeige gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes und weitere verantwortliche Offiziere gestellt. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum am Mittwoch. Dabei geht es um den Verdacht der fahr­lässigen Körperverletzung, der Aussetzung, Gefährdung des Schiffsverkehrs und um unterlassene Hilfeleistung. Vertreten werden die Opfer von einem Anwalt aus Marl.

Bei dem Schiffsunglück der „Costa Concordia“ am 13. Januar kamen mindestens 17 Menschen ums Leben, 15 Personen gelten noch als vermisst. Als Hauptbeschuldigter für das Unglück gilt der 52-jährige Kapitän Francesco Schettino.

Die klagenden Opfer erlitten den Angaben zufolge Brüche, Prellungen und Schürfwunden, manche litten auch an traumatischen Störungen. „Kapitän Schettino hat die hilflosen Menschen im Stich gelassen und in die Gefahr des Todes gebracht“, sagte Anwalt Hans Reinhardt gegenüber dem Internetportal „bild.de“. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum wird nun geprüft, ob die Behörde für die Klage zuständig ist.

Die Strafanzeige diene der Unterstützung der Schadenersatzforderungen. Dadurch könne er Akteneinsicht erhalten, sagte Reinhardt. Falls es in Italien zu einem Prozess gegen „Costa-Concordia“-Offiziere kommen sollte, könnte der deutsche Anwalt über einen italienischen Kollegen als Nebenkläger auftreten. Nach Angaben von Reinhardt soll es Hinweise geben, dass die Behörden dem Kreuzfahrtschiff eine zu nahe Passage entlang der Insel Giglio erlaubten. Vor dem Eiland rammte das Schiff einen Felsen.

Schlechtes Wetter und starker Wind verhinderten am Mittwoch weitere Arbeiten am Wrack. Mit dem Abpumpen des Treibstoffs konnte nicht begonnen werden. Am Dienstag war die Suche nach Vermissten im unter Wasser stehenden Teil des Schiffs aus Sicherheitsgründen eingestellt worden.

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