ROM, 13. Februar 2012


Video belastet „Concordia“-Kapitän

Seekatastrophe Durcheinander auf Kommandobrücke – Gedenkfeier für Opfer


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Italiens Präsident Giorgio Napolitano (rechts) begrüßt Hinterbliebene der „Concordia“-Opfer bei einem Gottesdienst. dpa  Bild vergrößern

dpa

Rom - Einen Monat nach der Havarie der „Costa Concordia“ ist ein Video aufgetaucht, das nach Medienberichten das Durcheinander auf der Kommandobrücke des Kreuzfahrtschiffes dokumentiert. „Die Passagiere besteigen die Rettungsboote auf eigene Faust“, ist zu hören. „In Ordnung“, antwortet eine gelassen klingende Stimme, die der italienische Fernsehsender TG5 Kapitän Francesco Schettino zuordnet. Der Dialog sei fast eine Stunde nach dem Zusammenstoß des Schiffes mit einem Felsen aufgezeichnet worden.

Die Staatsanwaltschaft wolle das bei schwachem Licht entstandene Video für die Ermittlungen heranziehen, hieß es am Wochenende. Es könne helfen, mehr über das Verhalten der Besatzung und des Kapitäns zu erfahren.

Unterdessen hat Italiens Präsident Giorgio Napolitano bei einem Gedenkgottesdienst in Rom sein tiefes Bedauern über das Unglück ausgedrückt. „Es war eine Tragödie“, sagte er am Sonntag. Der Staatschef sicherte den Angehörigen der Opfer seine Solidarität zu und lobte die Arbeit von Rettern und Tauchern. Diese hätten alles getan, um Überlebende zu retten und Tote zu bergen.

Die „Costa Concordia“ war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Insel Giglio gekentert. Bislang wurden 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst, darunter sind sechs Deutsche. Am Sonntag wurde damit begonnen, den Treibstoff aus den Tanks des Havaristen abzupumpen. Die Arbeiten sollen einen Monat dauern.

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