Blumen für die Vermissten der „Concordia“
Seekatastrophe Bewegendes Gedenken an gekentertem Kreuzfahrtschiff
Angehörige und Freunde gedachten am Montag vor Giglio der vermissten Passagiere und Crewmitglieder der havarierten „Costa Concordia“. BILD: dpa 
Rom - Weiße Rosen und farbige Gerbera für die 15 Vermissten der „Costa Concordia“: Einen Monat nach dem Schiffsunglück haben Familienangehörige der verschollenen Passagiere und Crewmitglieder gedacht. Sie fuhren mit einem Boot an das gekenterte Kreuzfahrtschiff heran, legten Blumensträuße aufs Wasser und übergaben dem Meer auch mehr als 2000 Facebook-Botschaften von Freunden der noch im Wrack vermissten Menschen – Deutsche, Italiener, Franzosen, Inder und Amerikaner.
Die Angehörigen umarmten sich weinend in ihrer Trauer, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. „Heute ist für mich der schlimmste Tag seit der Havarie“, sagte der indische Bruder eines vermissten Bordkellners. Er hatte die Facebook-Nachrichten gesammelt.
Für Montagabend hatten Pfarrer Don Lorenzo Pasquotti und der Bischof von Pitgliano, Guglielmo Borghetti, auf Giglio noch eine Gedenkmesse für die geborgenen 17 Todesopfer der Havarie vorbereitet. Dafür wurde die kleine Madonna von Fatima, die in der Kapelle des Kreuzfahrtschiffes gestanden hatte, in die Kirche gebracht.
Die „Costa Concordia“ war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Der Kapitän steht unter Hausarrest.
Unterdessen pumpen Experten das Öl aus den nahezu vollen Tanks des Schiffes ab. Solange das Meer vor der Insel Giglio ruhig bleibt, sollen die Arbeiten rund um die Uhr laufen, wie der Krisenstab berichtete. Das niederländische Unternehmen Smit hatte am Sonntag mit dieser Arbeit begonnen. Fünf bis zehn Kubikmeter Öl können die Bergungsmannschaften den Angaben zufolge in einer Stunde abpumpen. Die Vorbereitungen für die Abpump-Arbeiten liefen bereits seit Wochen, jedoch machte schlechtes Wetter den Experten immer wieder einen Strich durch die Rettung.
Wie Fachleute erklärten, muss das dickflüssige Schweröl erwärmt werden, damit es abgeleitet werden kann. Um ein Vakuum zu vermeiden, werde gleichzeitig Meerwasser in den Tank geleitet. Das Öl werde über eine schwimmende Plattform auf einen Tanker gepumpt und verschifft.
In den Tanks der „Costa Concordia“ sind den Angaben zufolge 2300 Tonnen Treibstoff – überwiegend umweltschädliches Schweröl. Das Unternehmen Smit nimmt sich als erstes sechs Tanks vor, in denen insgesamt etwa zwei Drittel des Treibstoffs lagern. Das Abpumpen werde bei ruhiger See etwa 28 Tage dauern, hieß es.
@ Ein Spezial: http://www.NWZonline.de/unglueck-costa-concordia
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